Belastende Erfahrungen in Kindheit und Jugend müssen nicht auf ein einzelnes traumatisches Ereignis zurückgehen. Auch wiederkehrende emotionale Vernachlässigung, mangelnde Sicherheit oder fehlende verlässliche Bezugspersonen können die Entwicklung nachhaltig prägen – und beeinflussen, wie Menschen später Beziehungen gestalten, Sicherheit erleben und mit Belastungen umgehen.
Diese Fortbildung vermittelt grundlegendes Wissen darüber, wie Entwicklungstraumafolgen entstehen und sich im Alltag zeigen können. Frühe Erfahrungen von Unsicherheit, fehlendem Schutz oder unzureichender Ko-Regulation können Beziehungs- und Bindungsmuster prägen und sich auf Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation und den Umgang des Nervensystems mit Stress auswirken.
In der Praxis werden diese Folgen häufig erst sichtbar, wenn Menschen in Beziehungen oder im Hilfesystem wiederholt mit Krisen, Konflikten, Erschöpfung, Scham sowie Kontroll- oder Rückzugsstrategien reagieren – auch wenn keine „klassische“ Traumageschichte erkennbar ist. Die Fortbildung sensibilisiert dafür, solche Dynamiken frühzeitig wahrzunehmen, besser zu verstehen und traumasensibel einzuordnen.
Dabei wird eine systemische Perspektive eingenommen: Entwicklungstraumafolgen werden nicht als individuelle Defizite verstanden, sondern als Beziehungs- und Systemphänomen.
Im Mittelpunkt stehen eine traumasensible Haltung, Möglichkeiten der Stabilisierung und alltagstaugliche systemische Handlungsprinzipien. Die Teilnehmenden erhalten Anregungen, wie sie Menschen mit Entwicklungstraumafolgen in Beratung, Therapie, pädagogischen Arbeitsfeldern und anderen sozialen Kontexten sicher und unterstützend begleiten können.
Wie wird gearbeitet?
Zielgruppe
Systemische Berater*innen, Therapeut*innen, Coaches, Fachkräfte der Jugendhilfe, Familienhelfer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Erziehungsberater*innen sowie pädagogische Fachkräfte und Personen, die Menschen mit komplexen Belastungs- und Beziehungserfahrungen im Alltag begleiten.
Dieses Seminar ist Bestandteil folgender Master-Kurse
ID: ZTPF
ID: ZFGK