Anorexia nervosa ist eines der rätselhaftesten und gefährlichsten Störungsbilder im psychosozialen Arbeitsfeld. Die Mortalitätsrate ist hoch, die Behandlungsmotivation oft gering, und die Dynamiken zwischen Betroffenen und ihren Bezugspersonen können intensiv und erschöpfend sein. Systemisch betrachtet ist das Hungern kein Selbstzweck - es ist ein Lösungsversuch. Ein Versuch, Kontrolle zu gewinnen, wenn vieles unkontrollierbar erscheint. Ein Versuch, eine Identität zu finden. Manchmal auch ein Versuch, Beziehungen zu regulieren oder Familiensysteme in einer fragilen Balance zu halten.
In diesem Seminar arbeiten wir mit diesem Verständnis: Was erzählt uns das Symptom über die Person und ihr System? Welche bindungstheoretischen und biografischen Themen spielen eine Rolle? Und wie kommen wir als Berater*innen in Kontakt - auch wenn der Kontakt zunächst abgewehrt wird?
Inhalte
Wie wird gearbeitet?
Was nehmen Sie mit?
Nach dem Seminar haben Sie ein vertieftes Verständnis der Anorexia nervosa aus systemischer und bindungstheoretischer Perspektive. Sie verfügen über konkrete Gesprächsführungsstrategien und können das Symptom in seinem systemischen Kontext einordnen und bearbeiten.
Zielgruppe
Berater*innen, Therapeut*innen und Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich, die mit Betroffenen oder deren Angehörigen arbeiten oder arbeiten möchten.
Dieses Seminar ist Bestandteil des Master-Kurses
ID: ZFES