Scham zeigt sich in Beratungsprozessen oft indirekt: im Ausweichen, im schnellen Zustimmen, im Verstummen oder im Wunsch, „es richtig zu machen“. Sie beeinflusst Beziehung und Selbstwahrnehmung, ohne sich klar zu erkennen zu geben und stellt Beratende nicht selten vor die Frage, wie Nähe, Schutz und professionelle Haltung gut miteinander verbunden werden können. Dieser Workshop richtet den Blick auf Scham als feines Beziehungsgeschehen im systemischen Arbeiten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Scham im Kontakt wahrgenommen werden kann, welche Dynamiken sie in Interaktionen auslöst und wie Beratende selbst, oft unbemerkt, Teil dieser Prozesse werden. Ausgehend von konkreten Beratungssituationen werden schambezogene Signale, typische Verlaufsdynamiken und hilfreiche Reaktionsweisen erkundet. Kurze theoretische Impulse werden mit erfahrungsorientierten Übungen, Selbstreflexion und kollegialem Austausch verbunden. Der Fokus liegt auf einer professionellen Haltung, die schützt, würdigt und Entwicklung ermöglicht, ohne zu beschämen oder zu überfordern. Der Workshop richtet sich an Fachkräfte aus Beratung, Therapie, Supervision, Coaching, Sozialarbeit und angrenzenden Feldern. Er ist offen für Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungsständen und bietet sowohl einen gut zugänglichen Einstieg als auch vertiefende Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Praxis. Teilnehmende gewinnen mehr Sicherheit im Umgang mit schambesetzten Momenten, erweitern ihr Handlungsrepertoire und schärfen ihr Gespür dafür, wie tragfähige Arbeitsbeziehungen auch dort gestaltet werden können, wo es leise, verletzlich oder stockend wird.
Dieser Workshop findet im Rahmen des Tags der offenen Tür in Hamburg statt, weitere Infos finden Sie hier:
Hamburger Tag der offenen Tür / SYSTEMISCHES ZENTRUM