Sexualität ist ein zentraler Bestandteil menschlicher Erfahrung. Gleichzeitig zählt sie zu den Bereichen, die durch traumatische Erlebnisse am stärksten geprägt sein können. Traumafolgen wirken oft leise, vielschichtig und auf den ersten Blick widersprüchlich – sie zeigen sich anhand von Körperreaktionen, Vermeidungsstrategien, Kontrollbedürfnissen, in der Regulation von Nähe und Distanz, gesteigerter oder verminderter sexueller Lust oder anhand von scheinbar unerklärlichen sexuellen Symptomen.
Für Betroffene ist es häufig herausfordernd, sexuelle Belastungen oder traumatische Erfahrungen anzusprechen und kompetente Begleitung zu erfahren. Während Sexualtherapeut*innen oft das Themenfeld Trauma meiden, sind Traumatherapeut*innen oft gehemmt, das Sexuelle zu besprechen.
Im Seminar betrachten wir das Zusammenspiel von Sexualität und Trauma aus systemischer Perspektive: Welche Funktionen können sexuelle Symptome im jeweiligen System erfüllen? Wie prägen traumatische Erfahrungen Bindungsmuster, Körpererleben und sexuelle Skripte? Und wie können wir Klient*innen dabei unterstützen, die Deutungshoheit über ihr Erleben, Sicherheit, Handlungsoptionen und Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen?
Wir arbeiten praxisnah anhand typischer Phänomene wie z. B. Dissoziation, Vermeidung und Rückzug, Kontrollstrategien, Schwierigkeiten mit Nähe und Intimität, Körperbildthemen oder das Erleben von Lust, das sich kaum einordnen lässt.
Wie profitieren Sie vom Seminar?
Im Seminar wird vor dem Hintergrund des systemischen Ansatzes gearbeitet. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit dem Themenfeld Trauma und Sexualität zu gewinnen, die eigene Haltung zu schärfen und die Möglichkeiten (und Grenzen) systemischer sowie sexualtherapeutischer Interventionen zu verstehen.
Die Teilnehmer*innen erwerben anhand von Fragestellungen aus ihrem eigenen Arbeitskontext folgende Kompetenzen:
Wie wird gearbeitet?
Wir arbeiten in einem Wechsel von theoretischen Inputs, moderierter Diskussion, Praxisreflexion und sorgfältig dosierten Fallvignetten. Da das Thema sowohl sexuelle als auch traumatische Inhalte umfasst, werden Selbsterfahrungsimpulse bewusst ressourcenorientiert und ohne detaillierte oder belastende Darstellungen gestaltet.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an systemische Praktiker*innen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, z. B.: Sozialarbeit, Pädagogik (Kindergarten, Schule u.Ä.), Seelsorge, Medizin, Pflege usw., die sich sicherer im Umgang mit der Schnittstelle zwischen Sexualität und Trauma bewegen möchten – unabhängig davon, ob dies bereits ein Schwerpunkt der eigenen Arbeit ist.
Dieses Seminar ist Bestandteil folgender Master-Kurse
ID: ZTPF
ID: ZSSB