Sexuelle Bedürfnisse, Lust, digitale Angebote und Bewältigungsstrategien greifen heute so eng ineinander wie nie zuvor. Für viele Menschen ist Pornografie eine selbstverständliche Form sexueller Anregung. Für andere wird sie zu einer Quelle von Stress, Scham oder Verstrickung und dem Gefühl von Kontrollverlust. Mögliche Folgen permanent verfügbarer sexueller Inhalte sind beispielsweise heimliche Nutzung, Konflikte in Partnerschaften, Leistungsdruck, Suchtdruck, Lustverlust, Verschuldung, verzerrte Körperbilder oder das Gefühl, in der eigenen Sexualität nicht mehr frei entscheiden zu können.
Im Seminar betrachten wir solche Dynamiken systemisch und differenziert: Welche Funktionen erfüllt die Nutzung? Welche Bedürfnisse werden reguliert? Welche Beziehungsmuster, Glaubenssätze oder Stressoren sind beteiligt? Wir nehmen sowohl individuelle als auch dyadische und gesellschaftliche Kontexte in den Blick: Scham, Geschlechterbilder, Überforderung, Stresskompensation, Selbstwert, Intimitätsambivalenzen oder Bindungserfahrungen.
Ziel ist es, Pornografie- und sexuelle Verhaltensmuster jenseits von moralischen Zuschreibungen zu verstehen, Beratungs- und Therapieprozesse zu strukturieren und einen Rahmen zu schaffen, in dem Klient*innen die eigene Sexualität wieder selbstbestimmt gestalten können.
Wie profitieren Sie vom Seminar?
Im Seminar wird vor dem Hintergrund des systemischen Ansatzes gearbeitet. Sie erhalten ein systemisches, praxisnahes und entmystifizierendes Verständnis von Medienkonsum und Pornografie, sexuellen Bewältigungsstrategien und sexuellen Süchten. Sie erwerben u. a. folgende Kompetenzen:
Wie wird gearbeitet?
Wir arbeiten mit einem Wechsel aus theoretischen Inputs, moderierten Diskussionen, Praxisreflexion und Fallvignetten. Der Fokus bleibt stets ressourcenorientiert und wertungsfrei. Wir beleuchten Methoden der Systemischen Therapie, sexualtherapeutische Interventionen und Möglichkeiten, vermeintlich problematische Gewohnheiten ressourcenorientiert zu reframen und konstruktiv in Entwicklungsprozesse zu transformieren.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Praktiker*innen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich, z. B.: Sozialarbeit, Pädagogik, Seelsorge, Medizin, Pflege usw., die Klient*innen bei sexbezogenen Problemlagen, übermäßiger Pornografienutzung oder suchtähnlichen Mustern professionell begleiten möchten – unabhängig vom eigenen Tätigkeitsschwerpunkt.
Dieses Seminar ist Bestandteil des Master-Kurses
ID: ZSSB