In der Systemischen Beratung/im Systemischen Coaching zeigen sich Anliegen von Klient*innen häufig als Ausdruck innerer Ambivalenzen wie „ein Teil will – ein anderer hält zurück“. Das Modell der Teile-Arbeit nach Schulz von Thun geht von der Grundannahme aus, dass die Persönlichkeit aus verschiedenen inneren Stimmen/Anteilen besteht – und es bietet Berater*innen und Coaches einen strukturierten, gut nachvollziehbaren und wirksamen Prozess, der Schritt für Schritt zu innerer Klarheit führt: Klarheit über das eigene Anliegen und über die innere Dynamik dahinter.
Kleinschrittig und prozessorientiert erkunden die Teilnehmenden dieses Seminars die „innere Bühne“: Welche Anteile melden sich zu Wort? Welche Botschaften, Gefühle und Bedürfnisse bringen sie mit? Und wie beeinflussen sie das innere Zusammenspiel und die Fähigkeit zur Selbstführung?
Gerade in unbekannten, schwierigen oder herausfordernden Situationen melden sich im Inneren Team oft besonders deutlich ängstliche oder verletzte Anteile, strenge innere Kritiker oder rigide Antreiber zu Wort. Ambivalenzen erhalten eine innere Stimme. Dann wird entscheidend: Wer ist laut (womöglich zu laut)? Wer kommt kaum zu Wort? Welche Loyalitäten wirken, welche Konflikte entstehen? Und wie genau bilden sich Blockaden oder Allianzen?
Die Teilnehmenden erkunden in der Rolle als Coach/Berater*in und Coachee/Klient*in gemeinsam, welche inneren Anteile sich zum Anliegen äußern, welche Botschaften, Gefühle und Bedürfnisse sie mitbringen und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. So wird aus einem diffusen „Problem“ ein klarer Arbeitsfokus – und aus innerem Gegeneinander kann schrittweise mehr Verständnis, Kooperation und Wahlfreiheit entstehen.
Wie profitieren Sie vom Seminar?
Im Seminar wird das Konzept der Teile-Arbeit (Schulz von Thun) vorgestellt und in Tandems schrittweise praktiziert. Nach dem Seminar verfügen Sie über ein vertieftes Verständnis eines schrittweisen Vorgehens in der Teile-Arbeit und darüber, was es zu berücksichtigen gilt. Am Ende werden sie über unterschiedliche Interventionsansätze in der Teile-Arbeit Kenntnis haben und somit noch flexibler mit Coachees/Klient*innen arbeiten können.
Wie wird gearbeitet?
Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Inputs, praktischen Übungen und Reflexionen in der Gesamtgruppe, in Kleingruppen und in Tandems gearbeitet; in gemeinsamen Reflexionsrunden kann die individuelle Erfahrung aus der Metaperspektive vertieft werden.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus dem Sozial – und Gesundheitsbereich, aus dem systemischen Coaching und der systemischen Beratung im arbeitsweltlichen Kontext.
Dieses Seminar ist Bestandteil folgender Master-Kurse
ID: ZSHA
ID: ZSMI