Viele Beratungsprozesse erfordern, dass am Ende Entscheidungen vorliegen, mit denen (weiter) gearbeitet werden kann. Vor diesen Entscheidungen liegen aber meist gravierende Interessenskonflikte, die es zu bearbeiten und im besten Fall zu lösen gilt. Hier bieten sowohl Dynamic Facilitation, Systemisches Konsensieren sowie das Konsentverfahren (aus der Soziokratie kommend) Möglichkeiten, belastbare, mitunter sogar konsensuale Lösungen zu erarbeiten. Alle Verfahren fördern das Verdeutlichen von Widerständen zu Lösungsoptionen, was die Qualität der weiter zu entwickelnden Lösungen positiv beeinflusst.
Dynamic Facilitation ist von Jim Rough aus der Beratungspraxis entwickelt worden und ist bis hin zu stark konflikthaften Themen in Mehrparteiensettings einsetzbar. Die Moderation führt ähnlich wie in der Mediation als intermediäre Instanz im Beisein aller Gespräche mit jeder Person und folgt dabei der Logik der Person. Die Äußerungen werden in Herausforderungen, Sichtweisen, Bedenken und Lösungsideen von der Moderation notiert, was im Verlauf des Prozesses die Emergenz von vorher undenkbaren Lösungen aus der Gruppe heraus ermöglicht.
Systemisches Konsensieren ist ein Abstimmungsverfahren, bei dem die Widerstände zu einzelnen Lösungsoptionen gesammelt werden, was im Prozess auch die Möglichkeit bietet, Lösungen anzupassen. Gruppen, die regelmäßig mit systemischem Konsensieren arbeiten, beschleunigen Abstimmungsprozesse, da die möglichen Widerstände bereits im Vorfeld antizipiert und in die Lösungsentwicklung einbezogen werden.
Das Konsentverfahren entstammt der Soziokratie und ist ein Abstimmungsverfahren, bei dem alle Beteiligten gehört und deren Sichtweisen in die Lösungsentwicklung mit einbezogen werden. Das Ergebnis kann eine Lösung sein, die „sicher genug ist ausprobiert zu werden und gut genug für den Moment ist“ (Leitsatz des Konsentverfahrens in der Soziokratie). Lösungen werden angenommen, wenn es keinen begründeten, schwerwiegenden Einwand gibt.
Das zweitägige Seminar vermittelt den Einstieg in alle 3 Methoden mit einem Tag Dynamic Facilitation und jeweils einem halben Tag Systemisches Konsensieren und Konsentverfahren.
Wie profitieren Sie vom Seminar?
Mit dem Seminar verfügen Sie über die Hintergründe der Ansätze und können auch in konflikthaften Mehrparteiensystemen die Lösungsfindung unter Berücksichtigung aller Perspektiven unterstützen.
Die Teilnehmer*innen erwerben anhand von Fragestellungen aus ihrem jeweiligen Arbeitskontext Kompetenzen hinsichtlich:
Wie wird gearbeitet?
Das Seminar wird durchgehend anhand der zu vermittelnden Methoden durchgeführt und ergänzt im Wechsel mit theoretischen Impulsen, Praxisreflexion sowie Selbsterfahrung in Kleingruppen und Einzelreflexion. Die konkreten Übungen an konkreten Anliegen und Themen der Teilnehmenden helfen, das Erlernte im geschützten Seminarrahmen in die eigene Arbeitsweise zu integrieren.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Praktiker*innen aus allen beruflichen und zivilgesellschaftlichen Bereichen, die ihr Spektrum der Prozesssteuerung von Entscheidungsfindungen erweitern möchten.
Das Seminar richtet sich damit besonders an Berater*innen, die diese Kompetenzen in Mehrpersonensettings einsetzen möchten.
Arbeitszeiten:
Tag 1: 09.00 - 17.30 Uhr
Tag 2: 9.00 - 17.30 Uhr
Dieses Seminar ist Bestandteil folgender Master-Kurse
ID: ZSKM
ID: ZSMI
ID: ZSHA