Traumatherapie (wispo)

Wir vermitteln Ihnen in unserer 1-jährigen Weiterbildung alle Kompetenzen für eine wirkungsvolle mit traumatisierten Menschen und Systemen.

Als einziges Weiterbildungs-Institut in Deutschland können wir für diese Qualifizierung bis zu 75% FÖRDERUNG für Beschäftigte anbieten.

Traumatherapie Kursbeschreibung

Das Systemische Zentrum der wispo AG bietet eine 12-monatige berufsbegleitende Fortbildung zur „Traumatherapie (wispo)“ an.

Schockierende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, hinterlassen häufig posttraumatische Störungsbilder. Symptome als Folge sehr unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung und unterschiedlichen Symptomen.

Ziel der Fortbildung ist die Vermittlung allgemeiner Grundlagen der Psychotraumatologie und moderner Konzepte der Traumatherapie und -pädagogik in Theorie und Praxis. In den einzelnen Modulen werden Erkenntnisse aus verschiedensten Disziplinen mit Inhalten aus der Systemorientierten Traumatherapie verbunden.

Die Schwerpunkte in der Vermittlung von ressourcen-orientierten Stabilisierungstechniken, einschließlich psycho-edukativer Maßnahmen, der Anleitung zur Krisenintervention, der prognostischen Einschätzung und der Planung adäquater Beratungs- und Vermittlungsstrategien für die Traumabearbeitung sind die Basis eines umfassenden Grundwissens.

In Form von anschaulichen Präsentationen, Übungen (Training und Selbsterfahrung), Rollenspielen, Video- und Live-Demonstrationen werden die Inhalte praxisnah von Modul zu Modul aufeinander aufbauend vermittelt.

Weitere Informationen

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 450 Unterrichtseinheiten, davon 30 UE Berufspraxis.

Über ein Jahr verteilt finden sechs 2-tägige Veranstaltungen statt, die fest terminiert sind. Hinzu kommen selbstorganisierte Termine für die Webinare, Intervision und eigene Berufspraxis.

1. Blockseminare Theorie und Methodik

Es finden sechs zweitägige Blockseminare mit aufeinander abgestimmten Lehrinhalten statt. Um den Lernerfolg der TeilnehmerInnen sicherzustellen, achten die Dozenten stets auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wissensvermittlung und praktischer Übung.

2. Webinare

Wöchentlich finden Webinare rund um das systemische Denken und Handeln statt. Hier vertiefen wir Seminarthemen, dabei haben die Teilnehmer die Möglichkeit mittels eines Chats mit dem Lehrenden das Gelernte gemeinsam zu reflektieren, und Antworten zu aufkommenden Fragen zu erhalten (260 UE).

3. Intervision

Während der Weiterbildung bilden die Teilnehmer eigenverantwortlich Arbeitsgruppen, um ausgewählte Literatur zu bearbeiten, Techniken einzuüben und sich gegenseitig in der praktischen Fallarbeit zu intervidieren (40 UE).

4. Systemische Berufspraxis

Die Teilnehmenden arbeiten mindestens 30 UE im traumatherapeutischen Feld.

Trauma und Trauma-Dynamik: Einführung in Psychotrauma-relevante Erkenntnisse der Psychologie, der Neurobiologie und der Bindungsforschung, Trauma-Diagnostik und traumaorientierte Anamnese; Unterscheidung akuter, singulärer und komplexer Traumafolgestörungen.

 

Stabilisierung: Von der äußeren Sicherheit zur inneren Sicherheit: Psychoedukation, Formen der Re-Orientierung bei psychischer und physischer Übererregung oder Untererregung (Flash-backs), Hilfe bei Affektmodulation zur Erhöhung der Impulskontrolle bei Betroffenen.

Regression und Selbstkontrolle: Resilienz als Gegenbegriff zum Trauma, Imaginationen als Hilfe zur Selbstkontrolle, Notfall-Liste und Notfall-Koffer.

 

Ressourcen-orientierte Stabilisierung: Vergegenwärtigung von positiven Lebensereignissen als multi-modale Verankerung positiver Selbstüberzeugungen.

Arbeit mit Kindern: Generelle Prinzipien der trauma-orientierten Pädagogik und deren Umsetzung in spezifische Strukturen und Handlungsweisen, die Trauma-Erzählgeschichte, die Entwicklungs-Erzählgeschichte.

 

Loyalität und Distanz: Fremdunterbringung von Kindern, sichere Kontakte zur Herkunftsfamilie, Täuschung als viertes Muster der chronischen Traumafolge-Reaktionen, begleiteter Umgang als Schutz für das Kind, Ambivalenzen in der Eltern-Kind-Beziehung.

Innerfamiliäre Gewalt: Paare und aktuelle Gewalt, innerfamiliäre sexuelle Gewalt, Kindesvernachlässigung, emotionale Gewalt.

 

Wechselnde Zustände: Ego State Disorder als Folge von extremen Entwicklungs-traumatisierungen, Dissoziation und andere heftige Symptome, Erscheinungsbild und Interventionen, Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen.

Psychohygiene: Gesund bleiben angesichts der Monster unserer Klienten, Formen des Selbstschutzes im professionellen Alltag und der „Selbstreinigung“ nach massiven Begegnungen mit den Ungeheuerlichkeiten des Traumas

 

Das erstarrte Mobile: Traumatisierungen, die Familien von außen treffen (z.B. Tod und Trauer), Dynamik und Umgang im pädagogischen Alltag, systemische Aspekte der Trauma-sensiblen Arbeit mit Paaren. Sekundäre Traumatisierung in Familien.

Wir erwarten von den BewerberInnen Praxiserfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen sowie die Möglichkeit zur Umsetzung traumatherapeutischer Vorgehensweisen.

Ein Abschlusszertifikat „Traumatherapie (wispo)“ kann nach mind. 1 Jahr und insgesamt 230 Unterrichtseinheiten erworben werden; Voraussetzung ist:

  • Regelmäßige Teilnahme an den Seminaren (120 UE) und den kollegialen Arbeitsgruppen (40 UE). Dies beinhaltet auch, sich mit eigenen Praxisfällen einzubringen.
  • Nachweis von mindestens 30 Stunden Berufspraxis.

Die Gebühren für die Weiterbildung ‚Traumatherapie (wispo)‘ betragen insgesamt € 2.783,31.

Diese sind in einer Aufnahmerate in Höhe von € 383,31 und 12 monatlichen Raten in Höhe von € 200,- zu entrichten. Abweichende Vereinbarungen sind im gegenseitigen Einverständnis möglich.

In diesen Weiterbildungsgebühren sind alle Seminar-, Intervisions-, Organisationskosten sowie Teilnehmerunterlagen enthalten. Die Teilnehmenden erhalten im Zeitrahmen der Weiterbildung auch kostenlosen Zugang zu unserer Online-Plattform ‚wispopedia‘, die zusätzliche Lernunterstützung über dort hinterlegte Artikel, Arbeitsblätter, Dokumentationen, Methodeninventare etc. enthält.

Es fallen keine obligatorischen Übernachtungskosten an.

Diese Fortbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 75% förderfähig.

Wissensertes zur Systemischen Traumatherapie

Was ist die Systemische Traumatherapie?

Seinen Ursprung hat das Wort „Trauma“ im Griechischen und bedeutet Verletzung. Im ICD 10 wird Trauma als "ein belastendes Ereignis oder eine kürzer bzw. länger dauernde außergewöhnliche oder katastrophale Bedrohung, die bei jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde" definiert. Schockierende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, hinterlassen häufig posttraumatische Störungsbilder. Symptome als Folge sehr unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung und unterschiedlichen Symptomen.

Wie wird die Systemische Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen angewandt?

Traumatische Erfahrungen im Kindesalter haben verheerende Wirkungen auf die physische, emotionale, kognitive und gesellschaftliche Entwicklung des Kindes und haben Konsequenzen im späteren Leben der Betroffenen. Personen, mit einer traumatischen Erfahrung in der Kindheit, weisen verstärkt Stressempfindlichkeit auf und sind anfällig für psychosomatische Erkrankungen. Zentrales Ziel einer Systemischen Traumatherapie ist die Neuverarbeitung des traumatischen Ereignisses mit der Bedingung, dass das Kind die Konfrontation als kontrollierbar erlebt und diese so schonend wie möglich erfolgt. Wieder erlangt werden, sollen die Kontrolle über das eigene Verhalten sowie die affektive Reaktionsfähigkeit. Ein neues konstruktives Selbst- und Weltbild, aber auch eine positive Zukunftsperspektive, wird durch die Systemische Therapie gefördert.