Systemische Traumatherapie (wispo)

Wir vermitteln Ihnen in unserer 1-jährigen Fortbildung alle Kompetenzen für eine wirkungsvolle therapeutische Arbeit mit traumatisierten Menschen und Systemen.

Als einziges Fort- und Weiterbildungs-Institut in Deutschland können wir für diese Qualifizierung bis zu 100% FÖRDERUNG für Beschäftigte anbieten.

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Systemische Traumatherapie Kursbeschreibung

Das Systemische Zentrum der wispo AG bietet eine 12-monatige berufsbegleitende Fortbildung  „Systemische Traumatherapie (wispo)“ an.

Tiefgreifende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, führen nicht selten zu einer Trauma Folgesymptomatik. Symptome als Folge unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung.

Ziel der Fortbildung ist die Vermittlung allgemeiner Grundlagen der Psychotraumatologie und moderner Konzepte der Traumatherapie, Beratung und -pädagogik in Theorie und Praxis. In den einzelnen Modulen werden aktuelle Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen mit Inhalten aus der Systemorientierten Traumabehandlung verbunden.

Die Schwerpunkte der Vermittlung von ressourcen-fokussierenden Stabilisierungstechniken, einschließlich psycho-edukativer Maßnahmen, der Anleitung zur Krisenintervention, der basalen diagnostischen Einschätzung und der Planung adäquater Behandlungs- und Vermittlungsstrategien für die Traumabearbeitung stellen die Basis eines umfassenden Grundwissens dar. Flankierend werden gezielt Kommunikations- und Beratungsfähigkeiten vermittelt, die ein angemessen sensibles und doch zielgerichtetes Arbeiten ermöglichen. Im Fokus liegen außerdem die funktionalen methodischen Schnittstellen des Systemischen- und des Traumazentrierten Ansatzes, so dass konkrete synergetische Interventionen umgesetzt werden können, um den Klient*Innen die bestmögliche Hilfe zuteil werden zu lassen.

In Form von anschaulichen Präsentationen, Übungen (Training und Selbsterfahrung), Rollenspielen, Video- und Live-Demonstrationen werden die Inhalte praxisnah von Modul zu Modul aufeinander aufbauend vermittelt.

Weitere Informationen

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 450 Unterrichtseinheiten, davon 30 UE Berufspraxis.

Über ein Jahr verteilt finden sechs 2-tägige Veranstaltungen statt, die fest terminiert sind. Hinzu kommen selbstorganisierte Termine für die Webinare, Intervision und eigene Berufspraxis.

1. Blockseminare Theorie und Methodik

Es finden sechs zweitägige Blockseminare mit aufeinander abgestimmten Lehrinhalten statt. Um den Lernerfolg der TeilnehmerInnen sicherzustellen, achten die Dozenten stets auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wissensvermittlung und praktischer Übung.

2. Webinare

Wöchentlich finden Webinare rund um das systemische Denken und Handeln statt. Hier vertiefen wir Seminarthemen, dabei haben die Teilnehmer die Möglichkeit mittels eines Chats mit dem Lehrenden das Gelernte gemeinsam zu reflektieren, und Antworten zu aufkommenden Fragen zu erhalten (260 UE).

3. Intervision

Während der Weiterbildung bilden die Teilnehmer eigenverantwortlich Arbeitsgruppen, um ausgewählte Literatur zu bearbeiten, Techniken einzuüben und sich gegenseitig in der praktischen Fallarbeit zu intervidieren (40 UE).

4. Systemische Berufspraxis

Die Teilnehmenden arbeiten mindestens 30 UE im traumatherapeutischen Feld.

  1. Modul

Trauma und Trauma-Dynamik: Einführung in Psychotrauma-relevante Erkenntnisse der Psychologie, der Neurobiologie und der Bindungsforschung. Trauma-Diagnostik und traumasensible systemische Anamnese; Differenzierung des Trauma Begriffs.

Navigation trauma-sensibler Gespräche: Fragetechnik und Gesprächsführung, Erwartungsklärung und Hypothesengeleitetes Arbeiten.

 

  1. Modul

Stabilisierung: Psychoedukation, Plausibilisierung der Behandlungsansätze. Transparente Arbeitsweise als Sicherheit gebende und beziehungsstiftende Haltung. Internationale Standards: Trauma Informed Care. Überblick geeigneter Methoden und Techniken.

Window of Tolerance: Affektregulation, Distanzierungs- und Imaginationstechniken. Akut-Hilfe: Dissoziationsstop und Re-orientierung. Selbstkontroll-Mechanismen stärken: 54321 Übung und BASK Modell. Notfall-Koffer.

 

  1. Modul

Ressourcen-fokussierte Stabilisierung: Nutzen von sozialen Netzwerken und ressourcen-aktivierenden Interventionen, Eco Mapping, Innere Landkarte. Anwendung systemischer Haltungsaspekte für die Navigation komplexer Beratungsprozesse.

Arbeit mit Kindern & Jugendlichen: Generelle Prinzipien der trauma-sensiblen Pädagogik. Safety first. Eine Pädagogik der 4 sicheren Orte. Kreative Methoden: Arbeit mit Bildimpulsen und Zeitlinien.

 

  1. Modul

Störungsspezifisches Wissen und Erkenntnisse aus der Neurobiologie:  Resonanz und Konsistenz als dynamisierende Faktoren – oder „wo begegnet uns das Trauma im Land der Diagnosen“?

Setting & Beziehung:

Nonverbale Kommunikation als Ansatz zur Stabilisierung und Prozessnavigation. Mentalisierungsfähigkeit und chronische Symptomatik: Kleine Schritte mit großer Reichweite.

 

  1. Modul

Psychodynamik: Modelle zur Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen: Ego States und Inneres Team. Interventionen zur Arbeit mit den Teilen: Mapping, Externalisierung, Aufstellung

Care for the caretaker:

Verführung und Verführbarkeit durch Macht und Verantwortung. Übertragung und Abgrenzung. „Was tue ich für mich um gesund zu bleiben und die Freude an der Arbeit zu behalten?“. Resilienz und Salutogenese als Gegenbegriffe zum Trauma.

 

  1. Modul

Systemische Perspektive auf Traumafolge-Symptomatik: Hilfe für Familien und Paare vor dem Hintergrund mehrgenerationaler Trauma-Aspekte. Handlungsmöglichkeiten im beraterischen und pädagogischen Alltag. Umgang mit Suizidalität.

Den Abschied gestalten: Reflexionsprozesse, Bilanzierung und Rituale für die Abschlussintervention. Vom Nutzen und der Messbarkeit von Wundern. Skalierungen vor, während und nach der Behandlung.

Wir erwarten von den BewerberInnen Praxiserfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Menschen sowie die Möglichkeit zur Umsetzung traumatherapeutischer Vorgehensweisen.

Ein Abschlusszertifikat „Traumatherapie (wispo)“ kann nach mind. 1 Jahr und insgesamt 230 Unterrichtseinheiten erworben werden; Voraussetzung ist:

  • Regelmäßige Teilnahme an den Seminaren (120 UE) und den kollegialen Arbeitsgruppen (40 UE). Dies beinhaltet auch, sich mit eigenen Praxisfällen einzubringen.
  • Nachweis von mindestens 30 Stunden Berufspraxis.

Die Gebühren für die Weiterbildung ‚Traumatherapie (wispo)‘ betragen insgesamt € 2.783,31.

Diese sind in einer Aufnahmerate in Höhe von € 383,31 und 12 monatlichen Raten in Höhe von € 200,- zu entrichten. Abweichende Vereinbarungen sind im gegenseitigen Einverständnis möglich.

In diesen Weiterbildungsgebühren sind alle Seminar-, Intervisions-, Organisationskosten sowie Teilnehmerunterlagen enthalten. Die Teilnehmenden erhalten im Zeitrahmen der Weiterbildung auch kostenlosen Zugang zu unserer Online-Plattform ‚wispopedia‘, die zusätzliche Lernunterstützung über dort hinterlegte Artikel, Arbeitsblätter, Dokumentationen, Methodeninventare etc. enthält.

Es fallen keine obligatorischen Übernachtungskosten an.

Diese Fortbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 75% förderfähig.

Wissensertes zur Systemischen Traumatherapie

Was ist die Systemische Traumatherapie?

Seinen Ursprung hat das Wort „Trauma“ im Griechischen und bedeutet Verletzung. Im ICD 10 wird Trauma als "ein belastendes Ereignis oder eine kürzer bzw. länger dauernde außergewöhnliche oder katastrophale Bedrohung, die bei jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde" definiert. Schockierende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, hinterlassen häufig posttraumatische Störungsbilder. Symptome als Folge sehr unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung und unterschiedlichen Symptomen.

Wie wird die Systemische Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen angewandt?

Traumatische Erfahrungen im Kindesalter haben verheerende Wirkungen auf die physische, emotionale, kognitive und gesellschaftliche Entwicklung des Kindes und haben Konsequenzen im späteren Leben der Betroffenen. Personen, mit einer traumatischen Erfahrung in der Kindheit, weisen verstärkt Stressempfindlichkeit auf und sind anfällig für psychosomatische Erkrankungen. Zentrales Ziel einer Systemischen Traumatherapie ist die Neuverarbeitung des traumatischen Ereignisses mit der Bedingung, dass das Kind die Konfrontation als kontrollierbar erlebt und diese so schonend wie möglich erfolgt. Wieder erlangt werden, sollen die Kontrolle über das eigene Verhalten sowie die affektive Reaktionsfähigkeit. Ein neues konstruktives Selbst- und Weltbild, aber auch eine positive Zukunftsperspektive, wird durch die Systemische Therapie gefördert.