2-jährige Weiterbildung
ID: TMB26-01 WEB 12
Start: 26.09.2026
Preis: 7.328,00 EUR*
Das Systemische Zentrum der wispo AG bietet eine 2-jährige Ausbildung in „Systemischer Traumaberatung (wispo)“ an.
Die systemische Traumaberatung stellt einen innovativen und wissenschaftlich fundierten Ansatz dar, der die Vorteile etablierter Traumatherapiemethoden mit der systemischen Perspektive auf Beziehungsdynamiken verbindet. Durch die konsequente Einbeziehung des sozialen Umfelds als Ressource für Heilung und die lösungsorientierte Arbeitsweise bietet sie traumatisierten Menschen und ihren Systemen neue Wege zu Stabilität und Wachstum.
Traumatische Erfahrungen betreffen nicht nur das Individuum, sondern wirken sich auf gesamte Familiensysteme und soziale Gefüge aus. Mit systemischen Ansätzen können wir diese komplexen Dynamiken verstehen und ressourcenorientiert begleiten.
Für professionelle Helfer, die ihre Kompetenzen in der Traumaarbeit erweitern möchten, bietet eine qualifizierte Ausbildung in systemischer Traumaberatung nicht nur fundiertes Fachwissen und praktische Fertigkeiten, sondern auch eine wertschätzende Grundhaltung, die sowohl den Betroffenen als auch den Beratern selbst zugutekommt. Die hohe Anerkennung dieses Ansatzes in Fachkreisen unterstreicht seine Bedeutung für die moderne psychosoziale Versorgung traumatisierter Menschen.
Das Curriculum beinhaltet fundiertes Grundwissen zur Psychotraumatologie und körperorientierter Traumatherapie. Die Teilnehmenden erlernen unterschiedliche Störungsbilder, besondere Formen der Kommunikationsführung mit traumatisierten Menschen sowie Techniken zur Stabilisierung und Psychoedukation. Besondere Aufmerksamkeit wird den verschiedenen Problemfeldern in der Kinder- und Jugendarbeit, der Familiendynamik und der Bearbeitung traumatischer Erfahrungen verschiedener Generationen gewidmet
Das erste Ausbildungsjahr fokussiert auf die Denk- und Handlungsgrundlagen des systemischen Ansatzes bezogen auf die Traumarbeit. Die Auftragsklärung, Hypothesenbildung, Gesprächsführung mit traumatisierten Personen sowie die Anwendung systemischer Methoden in der Traumaberatung stehen im Vordergrund, ebenso die Auswirkungen transgenerationaler Traumata.
Im zweiten Ausbildungsjahr fokussieren wir auf die Arbeit mit bestimmten Zielgruppen, der Psychoedukation und den Aspekten der Stabilisierung sowie der Handlungskompetenz in akuten Krisensituationen.
Diese Ausbildung ist SystCert-zertifiziert, Absolventen können nach Abschluss zusätzlich ein Zertifikat als Systemiker oder Systemikerin erhalten, in dem als Spezialisierung das Fachgebiet ‚Systemische Traumaberatung‘ eingetragen wird.
Alle näheren Informationen finden Sie weiter unten oder können Sie in unserem ausführlichen Programm herunterladen.
Die Ausbildung folgt dem Grundsatz: Traumaberatung wirkt am nachhaltigsten, wenn sie systemisch fundiert, ressourcenorientiert und beziehungsbasiert ist.
Im Sinne eines integrativen, mehrdimensionalen Ansatzes verstehen wir traumatische Erfahrungen nicht isoliert, sondern eingebettet in den größeren Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen und komplexer sozialer Systeme.
Unser Ausbildungskonzept verbindet dabei wissenschaftliche Tiefe mit intensiver praktischer Erfahrung und kontinuierlicher Selbsterforschung. Aufbauend auf dem Stand der modernen Psychotraumatologie vermittelt die Ausbildung ein ganzheitliches Verständnis von Trauma als dynamischem Prozess innerhalb individueller, familiärer und gesellschaftlicher Systeme.
Die systemische Herangehensweise hingegen verzichtet weitgehend auf den klassischen Störungsbegriff und betrachtet Symptome als sinnvolle Reaktion auf gestörte Systemdynamiken.
Anstatt einer detaillierten Problemanalyse steht die Entwicklung von Lösungen und neuen Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund, wobei stets die Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen des gesamten Systems betont werden
Ein wesentlicher Unterschied besteht in der beraterisch-therapeutischen Haltung: Die systemische Traumaberatung zielt darauf ab, die Problemfixierung auf das Trauma aufzulösen und den Blick auf die Möglichkeiten der Gegenwart zu lenken, um die Lebensfreude im Alltag zu erhöhen.
Dabei werden traumabedingte Reaktionen und Symptome mit Hilfe moderner Hirnforschung verständlich gemacht, während gleichzeitig die Ressourcen der Betroffenen bewusst gemacht und die gewünschte Lösung in den Mittelpunkt gerückt wird.
Theorieeinheiten zu Traumadynamik mit zentraler Bedeutung der Polyvagal- und Bindungstheorie und transgenerationalen Musterbildung werden eng verzahnt mit praktischen Modulen zur trauma-sensiblen Gesprächsführung, Hypothesenbildung und kreativen Interventionen.
Wir vermitteln zentrale Methoden wie:
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer stabilen, empathischen und reflektierten Haltung. Dazu dienen mehrere Selbsterfahrungsblöcke: Biografische Reflexion, Arbeit am Selbstbild, Umgang mit eigenen Belastungsgrenzen und Gegenübertragungen.
Diese Phasen ermöglichen es, persönliche Resonanzen mit Traumathemen bewusst zu machen und professionelle Distanz zu entwickeln – eine Voraussetzung für sinnvolle Begleitung. „Care for the Caretaker“ ist kein Zusatzthema, sondern durchgängiges Leitprinzip.
Wir möchten vor allem Interessierte mit folgenden Basisqualifikationen ansprechen: Ärzte, Psychologen, Diplompädagogen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Diplom-Pflegepädagogen/-wirte, Theologen und andere Berufe, in denen die Systemische Traumaberatung sinnvoll angewendet und Entwicklungs- und Veränderungsprozesse eingeleitet werden können.
In der Ausbildung werden folgende Themen vermittelt.
In unserem separaten ausführlichen Lehr- und Zeitplan finden Sie die Lehrinhalte detailliert aufgeführt, hier im Überblick:
Zusätzlich belegen Sie in der freien Seminar-Spitze Wahlpflicht-Seminare zur weiteren Spezialisierung.
Hier können Sie Themen aus unserem Seminarangebot auswählen, die für Sie in ihrem Arbeitskontext besonders interessant sind.
In der Supervisionsarbeit lernen Sie anhand der Fallarbeit der Kursteilnehmenden ihre Theorie- und Methodenkompetenz in konkreten Traumaberatungsprozessen gezielt anzuwenden.
In Intervisionseinheiten (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit Ihren Kursteilnehmenden die vermittelten Inhalte und üben selbstständig Methoden ein.
In Intervisionen (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit anderen Teilnehmenden die vermittelten Inhalte und Methoden und üben zusätzlich das professionelle Agieren im systemischen Arbeitskontext.
Unsere Online-Seminare mit spannenden Vorträgen und Workshops vermitteln Ihnen authentisch Kompetenzen systemischer (Vor-)denker sowie bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Kontext der lebens- und arbeitsweltlichen Beratung.
1.1 Akademischer Abschluss oder
1.2 Abgeschlossene Berufsausbildung im psycho-sozialen, pädagogischen oder heilenden Bereich oder
1.3 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich plus abgeschlossene Aufstiegsfortbildung, z.B. Meisterprüfung, IHK-Fortbildungen oder
1.4 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich und mind. 3 Jahre Berufserfahrung im Kontext psychosozialer Beratung
2. Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Traumaberatung während der Ausbildung (bis 2 Jahre nach Ende der Ausbildung)
*) Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualer Hochschulen.
Die Zulassungsvoraussetzungen gelten auch für den zusätzlichen Erwerb des SystCert Zertifikats als Systemiker oder Systemikerin.
Über die Teilnahme von Bewerbern, die die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen,. aber über adäquate Eignung verfügen, wird in einem Aufnahmegespräch entschieden. Das Institut behält sich vor, auch solche Bewerber anzunehmen, weist jedoch bereits bei der Zulassung darauf hin, dass evtl. kein SystCert-Zertifikat erlangt werden kann.
Ein Abschlusszertifikat „Systemische Traumaberatung (wispo)“ kann nach mind. 2 Jahren und insgesamt 570 Unterrichtseinheiten erworben werden.
Voraussetzung ist:
Option auf das SystCert-Zertifikat
Nach Abschluss der Ausbildung können die Teilnehmenden zusätzlich eine Anerkennung als Systemiker / Systemikerin (SystCert) erhalten.
Als Spezialisierung wird das Fachgebiet ‚Systemische Traumaberatung‘ eingetragen.
Die Prüfung der Fallberichte, des Reflexionsberichts, das Ausstellen der SystCert-Bescheinigung und die Gebühr der Zertifizierungsstelle sind bereits in den Ausbildungsgebühren enthalten.
Die Kosten für die Ausbildung „Systemische Traumaberatung“ betragen insgesamt 7.328,00 €.
Die Zahlung der Ausbildung erfolgt in monatlichen Raten - sprechen Sie mit unserem Büro. Es fallen keine obligatorischen Übernachtungskosten an.
Diese Ausbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 100% förderfähig.
Systemische Traumaberatung ist eine psychosoziale, ressourcenorientierte Begleitung nach belastenden/traumatischen Ereignissen. Sie verbindet aktuelle Psychotraumatologie mit der Systemperspektive: Betroffene werden nicht isoliert betrachtet, sondern mitsamt ihrem sozialen Umfeld (Familie, Kollegium, Institutionen). Ziel ist Stabilisierung, Verstehen von Symptomen, mehr Handlungsfähigkeit im Alltag.
Über Stabilisierung, Psychoedukation, Perspektivwechsel (Reframing), Aktivierung von Ressourcen und Co-Regulation im tragfähigen Beziehungsnetz. Viele Berater nutzen hierfür u. a. Bindungsperspektiven und Modelle der autonomen Regulation (Polyvagal-Theorie). Wichtig: PVT ist verbreitet, aber wissenschaftlich teils umstritten – sie sollte als Arbeitsmodell, nicht als Dogma genutzt werden.
Beratung ≠ Psychotherapie. Systemische Traumaberatung arbeitet nicht diagnostisch-ärztlich und führt keine traumafokussierte Exposition durch. Bei klinischen Störungsbildern (z. B. PTBS) gehört die leitlinienbasierte Psychotherapie (u. a. traumafokussierte KVT oder EMDR) in die Hände approbierter Psychotherapeuten.
Für Menschen nach kritischen/traumatischen Erfahrungen, deren Angehörige, Teams und Organisationen – besonders, wenn Orientierung, Stabilisierung und alltagsnahe Lösungen gefragt sind. Bei akuter Suizidalität, Psychose, schwerer Sucht oder massiver Dissoziation: sofortige klinische/psychotherapeutische Hilfe, nicht Beratung.
Trauma betrifft immer auch Systeme (Familie, Schule, Team). Werden diese als Ressource einbezogen, steigen Sicherheit, Verstehen und Umsetzungskraft. Das ist Kern systemischen Arbeitens und deckt sich mit Prinzipien „traumainformierter“ Organisationen.
Typisch sind: systemische Fragetechniken, Reframing, Visualisierung/Externalisierung, Stabilisierung (Atem, Körper-Orientierung, Safe-Place u. Ä.), Arbeit mit inneren Anteilen, Hypothesenbildung zum System.
Psychoedukation erklärt, wie Trauma Reaktionen des Nervensystems, der Kognition und des Verhaltens verändert – und was kurzfristig hilft. Sie gehört zum Standardrepertoire traumainformierter Hilfen und ist auch in Leitlinien als Bestandteil guter Versorgung verankert.
Sie berücksichtigt generationenübergreifende Muster (z. B. Familiennarrative, Bindungsstile). Forschung zu biologischer/epigenetischer Weitergabe ist lebhaft, aber nicht abschließend; seriös ist eine vorsichtige, kontextorientierte Nutzung des Konzepts.
Für Fachkräfte aus psychosozialen, pädagogischen, beratenden oder gesundheitsnahen Feldern – sowie Quereinsteiger mit passender Vorqualifikation und Praxisoption. Ihr Programm nennt differenzierte Zulassungspfade (Studium oder Berufsausbildung mit Aufstiegsfortbildung bzw. mehrjähriger Beratungserfahrung) und verlangt die Möglichkeit, Fälle zu bearbeiten.
Die 2-jährige Ausbildung umfasst u. a. Theorie-/Methodik, berufliche Selbsterfahrung, Supervision, Intervision, Lehr-Videothek und Praxis (insgesamt 870 UE; davon 70 UE Praxis). Inhalte reichen von Psychotraumatologie, Gesprächsführung, Kreativmethoden, Recht/Ethik bis Kinder-/Jugendarbeit und Krisen.
Nach mind. 2 Jahren und 570 UE kann das Abschlusszertifikat „Systemische Traumaberatung (wispo)“ erworben werden (Fallberichte, Supervision, Kolloquium). Optional: SystCert-Fachzertifikat „Systemiker“ mit Spezialisierung Traumaberatung; SystCert orientiert an DIN EN ISO/IEC 17024.
Systemische Therapie ist seit 2018 vom G-BA als Psychotherapieverfahren bei Erwachsenen anerkannt – das stärkt die Systemperspektive grundsätzlich. Systemische Traumaberatung bleibt dennoch Beratung (kein Kassen-Psychotherapieverfahren).
Für PTBS sind traumafokussierte Psychotherapien evidenzstark (KVT, EMDR). Systemische Therapie ist als Verfahren anerkannt; spezifische Studien zu „systemischer Traumaberatung“ (als Beratung) sind seltener, ihr Nutzen liegt besonders in Stabilisierung, Ressourcen-/Netzwerkarbeit und Transfer in Alltag/Organisation. Seriöse Anbieter benennen diese Abgrenzung klar.
Kurzfassung: mehr innere Sicherheit, besseres Selbstverständnis, Umgang mit Triggern, Ausbau alltagspraktischer und sozialer Ressourcen. Dazu gehören Techniken zur Distanzierung/Emotionsregulation, Arbeit mit „inneren Anteilen“, Externalisierung, systemische Fragetechniken.
Seinen Ursprung hat das Wort „Trauma“ im Griechischen und bedeutet Verletzung. Im ICD 10 wird Trauma als "ein belastendes Ereignis oder eine kürzer bzw. länger dauernde außergewöhnliche oder katastrophale Bedrohung, die bei jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde" definiert. Schockierende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, hinterlassen häufig posttraumatische Störungsbilder. Symptome als Folge sehr unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung und unterschiedlichen Symptomen.
Traumatische Erfahrungen im Kindesalter haben verheerende Wirkungen auf die physische, emotionale, kognitive und gesellschaftliche Entwicklung des Kindes und haben Konsequenzen im späteren Leben der Betroffenen. Personen, mit einer traumatischen Erfahrung in der Kindheit, weisen verstärkt Stressempfindlichkeit auf und sind anfällig für psychosomatische Erkrankungen. Zentrales Ziel einer Systemischen Traumaberatung ist die Neuverarbeitung des traumatischen Ereignisses mit der Bedingung, dass das Kind die Konfrontation als kontrollierbar erlebt und diese so schonend wie möglich erfolgt. Wieder erlangt werden, sollen die Kontrolle über das eigene Verhalten sowie die affektive Reaktionsfähigkeit. Ein neues konstruktives Selbst- und Weltbild, aber auch eine positive Zukunftsperspektive, wird durch die Systemische Therapie gefördert.