Kompetenz vertiefen - Lösungen entwickeln - Hoffnung stärken
Wir vermitteln Ihnen in unserer Ausbildung in Traumaberatung die fachlich-methodischen Fähigkeiten, die Sie für eine wirkungsvolle Systemische Traumabearbeitung ibenötigen. Unsere Ausbildung ist bis zu 100% förderfähig für Angestellte und SystCert-anerkannt.
Die Beratungs-Ausbildung bieten wir je nach Interesse und Vorbildung in 3 Varianten an:
1-jährig in Präsenz und Online
Für Personen, die die Denk- und Handlungsgrundlagen der Systemischen Traumaberatung verstehen und diese in ihre berufliche Beratungsarbeit integrieren wollen.
2- jährig in Präsenz und Online
Für Personen, die Systemische Traumaberatung in der psycho-sozialen Beratungsarbeit erlernen und professionell einsetzen möchten.
1-jährig in Präsenz und Online
Für Personen mit systemischer Vorqualifikation (mind. 220 UE), die Systemische Traumaberatung in psycho-sozialen Auftragskontexten souverän anwenden möchten.
Die Ausbildung folgt dem Grundsatz: Traumaberatung wirkt am nachhaltigsten, wenn sie systemisch fundiert, ressourcenorientiert und beziehungsbasiert ist.
Im Sinne eines integrativen, mehrdimensionalen Ansatzes verstehen wir traumatische Erfahrungen nicht isoliert, sondern eingebettet in den größeren Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen und komplexer sozialer Systeme.
Unser Ausbildungskonzept verbindet dabei wissenschaftliche Tiefe mit intensiver praktischer Erfahrung und kontinuierlicher Selbsterforschung. Aufbauend auf dem Stand der modernen Psychotraumatologie vermittelt die Ausbildung ein ganzheitliches Verständnis von Trauma als dynamischem Prozess innerhalb individueller, familiärer und gesellschaftlicher Systeme.
Die systemische Herangehensweise hingegen verzichtet weitgehend auf den klassischen Störungsbegriff und betrachtet Symptome als sinnvolle Reaktion auf gestörte Systemdynamiken.
Anstatt einer detaillierten Problemanalyse steht die Entwicklung von Lösungen und neuen Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund, wobei stets die Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen des gesamten Systems betont werden
Ein wesentlicher Unterschied besteht in der beraterisch-therapeutischen Haltung: Die systemische Traumaberatung zielt darauf ab, die Problemfixierung auf das Trauma aufzulösen und den Blick auf die Möglichkeiten der Gegenwart zu lenken, um die Lebensfreude im Alltag zu erhöhen.
Die 1-jährige Kompaktausbildung vermittelt die Denk- und Handlungsgrundlagen in der Systemischen Traumaberatung. Sie ist für Personen geeignet, die Traumaberatung als ergänzende Fähigkeit zu ihrer Hauptprofession ausbilden wollen.
Die Kompaktausbildung ist eine Teil- oder Kernausbildung für die Erlangung des SystCert-Zertifkats als Systemiker oder Systemikerin. Um die Anerkennung zu erlangen, werden noch zusätzliche Systemische Ausbildungsteile benötigt.
Die 2-jährige Komplettausbildung befähigt Teilnehmende professionell als Traumaberater zu arbeiten. Sie umfasst sowohl Systemische Denk- und Handlungsgrundlagen wie auch alle Anwendungskompetenzen, die im Auftragskontext von Traumabarbeitung für eine Lösungsgestaltung benötigt werden.
Die 1-jährige Aufbauausbildung setzt eine Systemische Vorbildung mit mind. 200 UE voraus, in der Systemische Denk- und Handlungsgrundlagen vermittelt wurden.
Diese Ausbildung fokussiert direkt auf die verschiedenen Auftragskontexte mit denen Traumaberater konfrontiert werden und vermittelt die dafür notwendigen Anwendungskompetenzen.
Alle 3 Ausbildungsvarianten sind SystCert anerkannt, entweder als Teilleistung (Kompakt- und Aufbauvariante) oder als Gesamtleistung (Komplettvariante), um die Anerkennung als Systemiker oder Systemikerin zu erlangen und als Fachspezialiserung 'Systemische Traumaberatung' ausweisen zu können.
Mehr zu SystCert-ZertifizierungSystemische Traumaberatung ist eine psychosoziale, ressourcenorientierte Begleitung nach belastenden/traumatischen Ereignissen. Sie verbindet aktuelle Psychotraumatologie mit der Systemperspektive: Betroffene werden nicht isoliert betrachtet, sondern mitsamt ihrem sozialen Umfeld (Familie, Kollegium, Institutionen). Ziel ist Stabilisierung, Verstehen von Symptomen, mehr Handlungsfähigkeit im Alltag.
Über Stabilisierung, Psychoedukation, Perspektivwechsel (Reframing), Aktivierung von Ressourcen und Co-Regulation im tragfähigen Beziehungsnetz. Viele Berater nutzen hierfür u. a. Bindungsperspektiven und Modelle der autonomen Regulation (Polyvagal-Theorie). Wichtig: PVT ist verbreitet, aber wissenschaftlich teils umstritten – sie sollte als Arbeitsmodell, nicht als Dogma genutzt werden.
Beratung ≠ Psychotherapie. Systemische Traumaberatung arbeitet nicht diagnostisch-ärztlich und führt keine traumafokussierte Exposition durch. Bei klinischen Störungsbildern (z. B. PTBS) gehört die leitlinienbasierte Psychotherapie (u. a. traumafokussierte KVT oder EMDR) in die Hände approbierter Psychotherapeuten.
Für Menschen nach kritischen/traumatischen Erfahrungen, deren Angehörige, Teams und Organisationen – besonders, wenn Orientierung, Stabilisierung und alltagsnahe Lösungen gefragt sind. Bei akuter Suizidalität, Psychose, schwerer Sucht oder massiver Dissoziation: sofortige klinische/psychotherapeutische Hilfe, nicht Beratung.
Trauma betrifft immer auch Systeme (Familie, Schule, Team). Werden diese als Ressource einbezogen, steigen Sicherheit, Verstehen und Umsetzungskraft. Das ist Kern systemischen Arbeitens und deckt sich mit Prinzipien „traumainformierter“ Organisationen.
Typisch sind: systemische Fragetechniken, Reframing, Visualisierung/Externalisierung, Stabilisierung (Atem, Körper-Orientierung, Safe-Place u. Ä.), Arbeit mit inneren Anteilen, Hypothesenbildung zum System.
Psychoedukation erklärt, wie Trauma Reaktionen des Nervensystems, der Kognition und des Verhaltens verändert – und was kurzfristig hilft. Sie gehört zum Standardrepertoire traumainformierter Hilfen und ist auch in Leitlinien als Bestandteil guter Versorgung verankert.
Sie berücksichtigt generationenübergreifende Muster (z. B. Familiennarrative, Bindungsstile). Forschung zu biologischer/epigenetischer Weitergabe ist lebhaft, aber nicht abschließend; seriös ist eine vorsichtige, kontextorientierte Nutzung des Konzepts.
Für Fachkräfte aus psychosozialen, pädagogischen, beratenden oder gesundheitsnahen Feldern – sowie Quereinsteiger mit passender Vorqualifikation und Praxisoption. Ihr Programm nennt differenzierte Zulassungspfade (Studium oder Berufsausbildung mit Aufstiegsfortbildung bzw. mehrjähriger Beratungserfahrung) und verlangt die Möglichkeit, Fälle zu bearbeiten.
Die 2-jährige Ausbildung umfasst u. a. Theorie-/Methodik, berufliche Selbsterfahrung, Supervision, Intervision, Lehr-Videothek und Praxis (insgesamt 870 UE; davon 70 UE Praxis). Inhalte reichen von Psychotraumatologie, Gesprächsführung, Kreativmethoden, Recht/Ethik bis Kinder-/Jugendarbeit und Krisen.
Nach mind. 2 Jahren und 570 UE kann das Abschlusszertifikat „Systemische Traumaberatung (wispo)“ erworben werden (Fallberichte, Supervision, Kolloquium). Optional: SystCert-Fachzertifikat „Systemiker“ mit Spezialisierung Traumaberatung; SystCert orientiert an DIN EN ISO/IEC 17024.
Systemische Therapie ist seit 2018 vom G-BA als Psychotherapieverfahren bei Erwachsenen anerkannt – das stärkt die Systemperspektive grundsätzlich. Systemische Traumaberatung bleibt dennoch Beratung (kein Kassen-Psychotherapieverfahren).
Für PTBS sind traumafokussierte Psychotherapien evidenzstark (KVT, EMDR). Systemische Therapie ist als Verfahren anerkannt; spezifische Studien zu „systemischer Traumaberatung“ (als Beratung) sind seltener, ihr Nutzen liegt besonders in Stabilisierung, Ressourcen-/Netzwerkarbeit und Transfer in Alltag/Organisation. Seriöse Anbieter benennen diese Abgrenzung klar.
Kurzfassung: mehr innere Sicherheit, besseres Selbstverständnis, Umgang mit Triggern, Ausbau alltagspraktischer und sozialer Ressourcen. Dazu gehören Techniken zur Distanzierung/Emotionsregulation, Arbeit mit „inneren Anteilen“, Externalisierung, systemische Fragetechniken.
Seinen Ursprung hat das Wort „Trauma“ im Griechischen und bedeutet Verletzung. Im ICD 10 wird Trauma als "ein belastendes Ereignis oder eine kürzer bzw. länger dauernde außergewöhnliche oder katastrophale Bedrohung, die bei jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde" definiert. Schockierende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, hinterlassen häufig posttraumatische Störungsbilder. Symptome als Folge sehr unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung und unterschiedlichen Symptomen.
Traumatische Erfahrungen im Kindesalter haben verheerende Wirkungen auf die physische, emotionale, kognitive und gesellschaftliche Entwicklung des Kindes und haben Konsequenzen im späteren Leben der Betroffenen. Personen, mit einer traumatischen Erfahrung in der Kindheit, weisen verstärkt Stressempfindlichkeit auf und sind anfällig für psychosomatische Erkrankungen. Zentrales Ziel einer Systemischen Traumaberatung ist die Neuverarbeitung des traumatischen Ereignisses mit der Bedingung, dass das Kind die Konfrontation als kontrollierbar erlebt und diese so schonend wie möglich erfolgt. Wieder erlangt werden, sollen die Kontrolle über das eigene Verhalten sowie die affektive Reaktionsfähigkeit. Ein neues konstruktives Selbst- und Weltbild, aber auch eine positive Zukunftsperspektive, wird durch die Systemische Therapie gefördert.