1-jährige Weiterbildung
ID: SUP26-02 WEB 2
Start: 04.09.2026
Preis: 3.750,00 EUR*
Das Systemische Zentrum der wispo AG bietet eine 1-ährige berufsbegleitende Ausbildung an, die mit dem Zertifikat „Systemischer Supervisor / Systemische Supervisorin (wispo)" abschließt.
Die Ausbildung wendet sich an Personen mit einer curricularen systemischen Vorqualifizierung mit einem Umfang von mindestens 200 UE.
Systemische Supervision regt Prozesse von professioneller Selbstreflexion an und kann gleichsam mehr als das: Sie ist ein Raum, in dem berufliches Handeln neu betrachtet, Beziehungsmuster sichtbar und Entwicklung möglich wird. So kann sie vor allem anregen, professionelle Handlungsfähigkeit zu erhalten und zu fördern.
Systemische Supervision hat sich somit als hochwirksamer Ansatz zur professionellen Reflexion und Qualitätssicherung in Beratungs-, Therapie- und Organisationskontexten etabliert.
Systemische Supervision richtet den Blick konsequent auf Beziehungen, Kontexte und Muster statt auf einzelne „Problemträger“. Sie arbeitet mehrperspektivisch, bezieht Team, Auftraggeber, Regeln und Kultur ein und fragt nach der Funktion von Verhalten im jeweiligen System: „Wozu ist das nützlich?“ statt „Wer ist schuld?“.
Systemische Supervisoren und Supervisorinnen bleiben dabei allparteilich, machen Vorgehen und Annahmen transparent und reflektieren die eigene Wirkung mit. Sie agieren als Beobachter 2. Ordnung. Die Ressourcen- und Lösungsorientierung stehen vor der Defizitsuche.
Das Ziel unserer Ausbildung in Systemischer Supervision ist es, Professionals dabei zu unterstützen, Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in sozialen Systemen gezielt zu steuern. Dabei werden einschränkende Strukturen und kommunikative Blockaden durch lebendige, ressourcenorientierte Muster ersetzt.
Besondere Schwerpunkte der Ausbildung liegen auf der Arbeit mit Teams als Teilsystemen, der Gestaltung von Programmen in der Supervision sowie den Besonderheiten der Einzel-, Team-, Leitungs- und Lehrsupervision.
Ein Kernstück der Ausbildung ist die intensive Selbsterfahrung, die dazu dient, die eigene Motivation, biografische Prägungen und persönliche Haltung als Supervisor und Supervisorin bewusst zu machen. Dies fördert die Fähigkeit zur Introspektion, empathischen Distanz und ethischen Urteilsbildung – unverzichtbare Voraussetzungen für gelingende Supervision.
Weiterführende Themen wie Konflikte, Umbrüche und Krisen sowie der Abschied in der Supervision werden ebenso behandelt wie die kontinuierliche Kompetenzentwicklung bis hin zur Abschlussprüfung.
Unsere Praxisqualität, das Klassenkonzept und die SystCert-Zertifizierung garantieren eine fundierte, anerkannte und zukunftsorientierte Weiterbildung.
Die Ausbildung richtet sich an systemisch vorqualifizierte Interessierte, Fach‑ und Führungskräfte aus Sozialwirtschaft/Wirtschaft, Bildung und Gesundheit, Psychotherapeuten sowie beratende Berufe – und für Beratungserfahrene, die ihr Profil supervisorisch schärfen möchten
Was den wispo Ansatz besonders macht:
Wir möchten vor allem Interessierte mit folgenden Basisqualifikationen aus psycho-sozialen Berufen und systemischer Vorqualifizierung von mind. 200 UE ansprechen: Ärzte, Psychologen, Diplompädagogen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Diplom-Pflegepädagogen/-wirte, Theologen und andere Berufe, in denen die Systemische Supvervision sinnvoll angewendet und Entwicklungs- und Reflexionsprozesse eingeleitet werden können.
In der Ausbildung werden folgende Themen in Theorie- und Methodikseminaren & beruflichen Reflexionssseminaren vermittelt:
Zusätzlich belegen Sie in der freien Seminar-Spitze Wahlpflicht-Seminare zur weiteren Spezialisierung.
Hier können Sie Themen aus unserem Seminarangebot auswählen, die für Sie in ihrem Arbeitskontext besonders interessant sind.
In der Supervisionsarbeit lernen Sie anhand der Fallarbeit der Kursteilnehmenden ihre Theorie- und Methodenkompetenz in konkreten Therapie- und Beratungsprozessen gezielt anzuwenden.
In Intervisionseinheiten (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit Ihren Kursteilnehmenden die vermittelten Inhalte und üben selbstständig Methoden ein.
Unsere Lehr-Videos mit spannenden Vorträgen und Workshops vermitteln Ihnen authentisch Kompetenzen systemischer (Vor-)denker sowie bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Kontext der lebens- und arbeitsweltlichen Beratung.
1.1 Akademischer Abschluss
oder
1.2 Abgeschlossene Berufsausbildung im psycho-sozialen, pädagogischen oder heilenden Bereich
oder
1.3 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich plus abgeschlossene Aufstiegsfortbildung, z.B. Meisterprüfung, IHK-Fortbildungen
oder
1.4 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich und mind. 3 Jahre Berufserfahrung im Kontext psychosozialer Beratung
2, Abgeschlossene systemische curriculare Grundlagenqualifizierung mit mind. 200 UE
3. Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Supervision während der Ausbildung
*) Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualer Hochschulen.
Die Zulassungsvoraussetzungen gelten auch für den zusätzlichen Erwerb des SystCert Zertifikats als Systemiker oder Systemikerin.
Ein Abschlusszertifikat „Systemische Supervision Aufbau (wispo)“ kann nach mind. 1 Jahren und insgesamt 260 Unterrichtseinheiten erworben werden.
Voraussetzung ist:
Nach Abschluss der Kern-Ausbildung können die Absolventen mit zusätzlichen Systemischen Bildungsbausteinen eine spätere Zertifizierung als Systemiker / Systemikerin (SystCert) erlangen.
Als Spezialisierung wird dann das Fachgebiet ‚Systemische Supervision‘ eingetragen.
Die wispo AG stellt eine Bescheinigung über die Leistungen dieser anerkannten Kernausbildung zur Vorlage bei der Zertifizierungsstelle aus.
Die Voraussetzungen für die SystCert-Zertifizierung sind gegeben, wenn sie die Anforderungen an den Gesamtumfang Systemischer Ausbildungen erfüllen. Dazu kann auch die vorherige Systemische Grundqualifizierung zählen.
Die Gebühren für den Abschluss der Aufbau-Ausbildung ‚Systemischer Berater (wispo)‘ betragen insgesamt € 3.750,00.
Diese Ausbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 100% förderfähig.
Die Systemische Beratung leitet sich aus der Systemischen Therapie ab, die ein psychotherapeutisches Verfahren mit Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen ist. In der Systemischen Beratung wird oft mit erlebnisorientierten Methoden gearbeitet, wie Aufstellungen, Ritualen und Verschreibungen. Die Systemische Beratung ist auch sehr erfolgreich, wenn eine Veränderungsnotwendigkeit durch die Betroffenen nicht selbst erkannt wird (z.B. Arbeit in fremd-bestimmten Kontexten wie der Familienhilfe).
Das Ziel der Systemischen Beratung liegt darin, den Entwicklungsprozess von Familien und sozialen Systemen so zu fördern, dass behindernde Beziehungsstrukturen oder einengende Interaktionen zugunsten angemessener, lebendiger Kommunikationsmuster aufgegeben werden können.
Systemische Therapie und Beratung unterstützt Patienten und Klienten, ihre Lebensprobleme selbst besser zu lösen. Sie finden neue Möglichkeiten, zufriedener mit sich und anderen Menschen umzugehen. Dies gilt sowohl für Erwachsene und Kinder und umfasst emotionale, kognitive sowie soziale Veränderungsprozesse.
Neben der Behandlung von Symptomen liegt ein wesentliches Anliegen der Systemischen Beratung auch darin, Ressourcen im System und seinen Mitgliedern zu mobilisieren, fördernde Kräfte freizusetzen und die Entfaltung von Potentialen aktiv zu unterstützen.
Als Teil humanistischer Verfahren ist die Systemische Beratung als erstes Verfahren lösungsoffen und erlaubt ein mehrdimensionales Verständnis von Problemen. Damit eignet es sich hervorragend, um der zunehmenden Komplexität der Welt gerecht zu werden und maßgeschneiderte Zufriedenheits-Lösungen zu finden.
Systemisches Denken und Handeln beruht auf einer ganzheitlich-integrierenden Betrachtungsweise die komplexe Zusammenhänge berücksichtigt, Umfeldkontexte einbezieht und somit vorschnelle Lösungen vermeidet. Systemdenken ist dabei ein Entdeckungs- und Diagnoseprozess, der die Regelmechanismen erkundet, die den Problemen zugrunde liegen. Die so gewonnene Tiefenschärfe macht die Effizienz und Wirksamkeit von systemisch geleitetem Handeln aus. Der Fokus richtet sich nicht auf statisch-strukturorientierte Problemlösevorstellungen, sondern stützt sich auf eine dynamisch-prozessuale Betrachtungsweise.
Die besondere Wirksamkeit systemischer Methoden bezieht sich auf die Erweiterung eines bisherigen Problemverständnisses und erschafft neue Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten. Diese umfassen insbesondere Fragetechniken und eine ressourcen- und lösungsfokussierte Gesprächsführung.
Systemische Beratung betrachtet Probleme nicht isoliert „im Kopf“ eines Klienten, sondern im Kontext seiner Beziehungen und Lebenssysteme (Familie, Team, Organisation). Ziel ist, Wahrnehmungs‑ und Handlungsspielräume zu erweitern, Ressourcen zu aktivieren und Lösungen alltagstauglich zu machen.
Beratung arbeitet präventiv, klärend und lösungsorientiert bei belastenden Lebenslagen; Psychotherapie behandelt psychische Störungen mit Krankheitswert. Es gibt viele Überschneidungen von Beratung von Therapie in Methoden und Wirkungen; Therapie ist in Deutschland ein Richtlinienverfahren, Beratung nicht.
Robuste Evidenz liegt für Systemische Therapie vor (wissenschaftlich anerkannt seit 2008; als Kassenleistung seit 2020). Für systemische Beratung existiert weniger formale RCT‑Evidenz, sie nutzt aber die methodischen Grundlagen (Fragetechniken, Kontext‑ und Ressourcenarbeit), deren Nutzen in der Therapie gut belegt ist. Kurz: kein Allheilmittel, aber solide Werkzeuge mit starker Konzeptbasis.
Kontextwechsel durch zirkuläre Fragen, Hypothesenbildung, Arbeit an Kommunikationsmustern, Reframing, Genogramm‑ und Aufstellungsarbeit, sowie Fokussierung auf vorhandene Stärken (Empowerment). Die Beratung richtet den Blick konsequent auf Beziehungen, nicht nur auf Symptome.
Besonders anschlussfähig ist sie für Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit/-pädagogik, Pflegepädagogik/-wirtschaft, Theologie und angrenzende Felder – überall, wo Entwicklungs‑ und Veränderungsprozesse begleitet werden.
Unter anderem: systemische Haltung und Auftragsklärung, zirkuläre Fragetechniken, Hypothesenbildung, Diagnostik inkl. Genogramm, analoge Methoden, lösungsorientiertes Arbeiten in Mehrpersonensystemen sowie intensive Selbsterfahrung zur professionellen Rollenklarheit.
Berufsbegleitend über zwei Jahre; ca. 80 % online, 20 % in Präsenz (fünf Termine). Wöchentliche 4‑Stunden‑Einheiten; insgesamt 870 UE (inkl. Praxis), inkl. Video‑Lehre, Intervision und Supervision.
Nachzuweisen sind 70 dokumentierte Beratungs-/Therapiestunden unter Supervision, mit datenschutzkonformer Protokollierung zentraler Prozesse und Interventionen.
Der Abschluss „Systemischer Berater (wispo)“ erfolgt über Kolloquium; er ist nach mind. 2 Jahren und 570 UE möglich. Zusätzlich kann die SystCert‑Zertifizierung als Systemiker mit Spezialisierung „Systemische psycho‑soziale Beratung“ erworben werden (ISO/IEC 17024‑Rahmen).
Akademischer Abschluss oder passende Berufsausbildung (psycho‑sozial, pädagogisch, heilkundlich) oder anderweitige Ausbildung mit Aufstiegsfortbildung oder Berufsausbildung + mind. 4 Jahre relevante Beratungserfahrung — sowie die Möglichkeit, Beratung während der Ausbildung praktisch umzusetzen.
Systemische Beratung wirkt auch über die Berater‑Persönlichkeit: Kontaktqualität, Introspektions‑ und Reflexionsfähigkeit, konsistenter Stil. Die Ausbildung legt darum Gewicht auf Selbsterfahrung und berufliche Selbstreflexion; sie stärkt persönliche Klarheit, Rollenbewusstsein und professionelles Handeln.
Gesamtkosten: 7.328 € (inkl. Seminar‑, Supervisions‑, Organisationskosten, Zugang zur Lernplattform). Förderungen sind über AZAV und das Qualifizierungschancengesetz möglich; kleine Unternehmen (≤ 50 Mitarbeiter) können bis zu 100 % Förderung erhalten.
Neben SystCert und der instituteigenen Qualitätssicherung verweisen die Fachverbände (DGSF/SG) auf strukturierte Weiterbildungsrichtlinien mit Mindestanforderungen (Inhalte, Umfang, Supervision, Intervision, Praxisanteile). Diese Standards schaffen Transparenz und Vergleichbarkeit – Beratung ist zwar kein Richtlinienverfahren, aber professionell normiert.
Bei akuten Krisen, Suizidalität oder behandlungsbedürftigen Störungen gehört der Klient in ärztliche/psychotherapeutische Versorgung; Beratung kann stabilisieren und überbrücken, ersetzt aber keine medizinische/psychotherapeutische Behandlung. Dass Systemische Therapie ein anerkanntes Richtlinienverfahren ist, unterstreicht die klare Aufgabentrennung.