2-jährige Ausbildung
ID: SV25-01 WEB 12
Start:
Preis: 8.332,50 EUR*
Das Systemische Zentrum der wispo AG bietet eine ca. 24-monatige berufsbegleitende Ausbildung ‚Systemische Supervision und Coaching (wispo)‘ an.
Die berufsbezogenen Beratungsformate Supervision und Coaching haben sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt und verbreitet. Ihr Nutzen zur Verbesserung und Wiederherstellung von Handlungsfähigkeit Einzelner, Gruppen bzw. Teams und Organisationen ist vielfältig nachgewiesen.
Die Entwicklung der Arbeitswelt, mit ihren immer komplexeren Arbeitsbedingungen findet eine Entsprechung in den Beratungsanfragen und Aufträgen. So kommt der ausschließliche Einsatz eines einzelnen Beratungsformats nur noch selten vor. Der Wechsel in den Formaten, die Mehrfachqualifikation der Berater/innen und damit die Notwendigkeiten zur Kombination von Formaten, sowie die Kooperation von Beratern unterschiedlicher Professionen werden zunehmend Alltag bei der Bewältigung komplexer Beratungsaufträge.
Den Kern der Ausbildung bildet eine fundierte, am aktuellen Diskurs orientierte, systemische Ausbildung zum/ zur Supervisor*in und Coach in den Arbeitsfeldern Fallsupervision, Teamsupervision, Organisationssupervision, Einzelsupervision und Coaching und Ausbildungssupervision. Die Teilnehmenden lernen dabei, mit ihren Supervisanden und Coachees eine Meta-Perspektive einzunehmen.
Wichtig ist uns auch die Praxisanschlussfähigkeit unserer Ausbildung. So arbeiten wir mit Partnern zusammen, die uns Persönlichkeitsanalyse-Instrumente zur Selbstanwendung zur Verfügung stellen, die in Unternehmen oft in Coaching und Organisationsentwicklung Anwendung finden. Und wir erlernen die Arbeit mit dem online-Systembrett, mit dem Beratungsprozesse anschaulich dargestellt und auch in virtueller Beratung angewendet werden können.
Alle näheren Informationen finden Sie weiter unten oder können Sie in unserem ausführlichen Programm herunterladen.
Systemische Supervision und Coaching orientieren sich an Konzepten von Neutralität, Neugier, Allparteilichkeit, Wertschätzung und Respekt vor beteiligten Personen. Kontextsensibilität und Genderperspektive werden in den Blick genommen. Respektlosigkeit eigenen Ideen und Hypothesen gegenüber fördert die Haltung, dass Supervisanden und Coachees autonom und selbstverantwortlich als Experten ihrer selbst handeln.
Supervisionskonzepte beziehen sich auf den Bereich der professionellen Arbeit und die Entwicklung von Einzelnen, Teams, Gruppen, Leitungen und Organisationen. Entsprechend findet Supervision in Form von oft regelmäßigen Einzel- Gruppen- Team- und Leitungssupervision statt.
Systemische Supervision wird heute in vielen Handlungsfeldern nachgefragt, hauptsächlich in psychosozialen, klinischen und pädagogischen Arbeitskontexten. Auch im Bereich der beraterischen und therapeutischen Fort- und Ausbildung spielt systemische Supervision- hier auch mit der Besonderheit der Live-Supervision - eine bedeutende Rolle.
Systemisches Coaching wird im Gegensatz zur Supervision eher in der Wirtschafts- und Verwaltungsunternehmen nachgefragt. Obwohl beide Beratungsformate ähnlich sind, ist Coaching eher anlassbezogen und auf einen kürzeren Zeitraum begrenzt. Zudem wird von Coaches auch eher erwartet, sich in bisher völlig unbekannten Branchenfeldern kompetent zu positionieren.
Die Ausbildung ‚Systemische Supervision und Coaching‘ richtet sich an Beraterinnen nd Berater mit einer bereits abgeschlossenen Ausbildung an, damit diese in neuen Berufsfeldern kompetent agieren können und auch lernen, ein Beratungsverständnis über die Profession ‚Beratung‘ in allen Kontexten zu entwickeln.
1.) Hochschulabschluss und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Ausbildung ‚Systemische Beratung / Therapie / Coaching / Organisationsentwicklung‘
oder
2.) Hochschulabschluss und Abschluss einer anderen curricular aufgebauten Ausbildung im Spannungsfeld von Person, Rolle und Institution, Umfang mind. 300 UE von Dozent*innen angeleitete Präsenzstunden, als auch eine systemische, curricular aufgebaute Ausbildung mit einem Umfang von mind. 120 UE von Dozent*innen angeleiteten Präsenzstunden
oder
3.) ein qualifizierter Berufsabschluss (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und mind. 5-jährige Berufstätigkeit und Abschluss einer DGSF-/SG-anerkannten Ausbildung ‚Systemische Beratung / Therapie / Coaching / Organisationsentwicklung‘.
Über die Teilnahme von BewerberInnen, die nicht alle Kriterien erfüllen, wird in einem zusätzlichen Aufnahmegespräch entschieden.
Nach Abschluss der Ausbildung können zwei Zertifikate erworben werden: ‚Systemischer ‚Supervisor / Systemische Supervisorin (wispo)‘ sowie ‚Systemischer Coach / Systemische Coachin (wispo)‘. Voraussetzung ist:
Die Ausbildungsgebühren für den Abschluss ‚Systemische Supervision und Coaching (wispo)‘ betragen insgesamt € 8.332,50.
In diesen Ausbildungsgebühren sind alle Seminar-, Intervisions-, Prüfungs- und Organisationskosten sowie Teilnehmerunterlagen enthalten.
Die Teilnehmer erhalten im Zeitrahmen der Ausbildung auch kostenlosen Zugang zu unserer Online-Plattform ‚mein.systemisches-zentrum‘, die zusätzliche Lernunterstützung über dort hinterlegte Artikel, Arbeitsblätter, Dokumentationen, Methodeninventare etc. enthält.
Es fallen keine obligatorischen Übernachtungskosten an.
Diese Ausbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 100% förderfähig.
Systemisches Coaching erweitert Perspektiven, macht Zusammenhänge zwischen Person, Rolle und Umfeld sichtbar und eröffnet neue Handlungsoptionen. Es stärkt Selbststeuerung, Verantwortung und Ressourcen, sodass Entscheidungen klarer, wirksamer und nachhaltiger getroffen werden können. Der Nutzen zeigt sich darin, dass nicht nur individuelle Anliegen geklärt werden, sondern sich auch Kommunikation, Zusammenarbeit und Entwicklung im gesamten System verbessern.
Im Systemischen Coaching geht es darum, langfristige Perspektiven, Strategien und Leitbilder für die Coachees zu entwickeln und zu integrieren, um das Passungsverhältnis „Person-Organisation“ zu verbessern.
Ein systemischer Coach erarbeitet mit seinem Coachee Möglichkeiten, das Passungsverhältnis Person -Organisation zu verbessern. Die kann durch Veränderung innerer Einstellungen oder durch veränderte sozialer Interaktionen geschehen. Hierfür werden neue und bessere Lösungsmöglichkeiten für berufliche und persönliche Fragestellungen erarbeitet, die die Ressourcen des Coachees stärken.
Ein systemischer Coach ist befähigt sowohl Probleme im persönlichen wie im beruflichen Bereich zu bearbeiten und mittels neuer Möglichkeitsräume den Coachee darin zu unterstützen, bessere Lösungen für sich zu finden. Damit integriert das Systemische Coaching sowohl die Ansätze im Feld des Business-Coachings als auch der lebensweltlichen Beratung.
Es kann grob zwischen Business-Coaching Ansätzen und Ansätzen der kurzzeitigen Lebensberatung unterschieden werden. Während im Business-Coaching der Coachee hauptsächlich als Personal-Ressource des Unternehmens funktions-fitgemacht werden soll, wird in der lebensweltlichen Beratung auf persönliche Zufriedenheit ohne Berücksichtigung unternehmens-kultureller Einschränkungen geachtet. Der Systemische Coachingansatz berücksichtigt beide Dimensionen.
Systemisches Coaching ist sowohl als Maßnahme der Personalentwicklung in einem Prozess der Organisationsveränderung zu verstehen als auch als Instrument der Bearbeitung persönlicher Entwicklungsbedarfe. Das Systemische Denken und Agieren wird im Coachingprozess eingeordnet und in den Coachingsequenzen professionell durchgeführt.
Systemisches Denken fokussiert auf Problem- und Lösungsmuster. Dabei werden grundlegende Zusammenhänge und Wechselwirkungen betrachtet. Aus diesem erweiterten Verständnis heraus werden alternative (bessere) Möglichkeiten zur Problemlösung erarbeitet.
Der Systemische Ansatz versteht den Menschen in Wechselwirkung mit seinem sozialen Umfeld. Sowohl auf innerpsychischer wie auf sozialer Ebene werden neue Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, mit denen schnell positive Veränderungen erreicht werden.
Systemisches Coaching arbeitet mit der Annahme, dass Verhalten und Probleme in Beziehungs‑ und Organisationskontexten entstehen. Ein Coach fragt nach Mustern, Wechselwirkungen und Bedeutungen – weniger nach Schuldigen – und fördert die Selbstorganisation des Klienten. Ziel ist nicht „Reparatur“, sondern neue Handlungsoptionen im System (Team, Bereich, Organisation, Familie).
Beratung liefert inhaltliche Expertentipps; Therapie behandelt psychische Störungen. Coaching dagegen ist ziel‑ und ressourcenorientierte Prozessbegleitung für nicht‑klinische Anliegen im Arbeitskontext. Seriöses Coaching grenzt sich klar ab (z. B. bei Anzeichen einer Störung → Weiterverweisung) und hält Ethik‑ und Vertraulichkeitsstandards ein.
Meta‑Analysen zeigen durchweg positive Effekte: Theeboom et al. (2014) fanden Effektstärken von g = 0,43 (Coping) bis g = 0,74 (zielgerichtete Selbstregulation); Jones, Woods & Guillaume (2016) berichten δ ≈ 0,36 gesamt, mit stärkeren Effekten auf affektive Kriterien (δ ≈ 0,51). Neuere Reviews bestätigen insgesamt moderate Wirkungen. Wichtig: Effekte variieren je nach Ziel, Setting und Messmethode.
Typische Anlässe: Rollenwechsel und Führung (z. B. Feedback‑Kultur, schwierige Gespräche), Team‑ und Organisationsentwicklung, Konfliktklärung, Strategie‑ und Positionsarbeit, Resilienz und Stressmanagement – auch online. Das Programm nennt diese Felder explizit.
Laut Programm dauert sie 2 Jahre (berufsbegleitend), umfasst 970 Unterrichtseinheiten inkl. 70 UE Praxis, Präsenz‑ oder Web‑Kurse, Intervision, Lehr‑/Projekt‑Supervision und eine Lehr‑Videothek.
Systemische Gesprächsführung, zirkuläre Fragen, Hypothesenbildung und die „Systemische Schleife“, Auftrags‑/Zielklärung (inkl. Wunderfrage), Visualisierung (Lebensrad, Soziogramm), Strukturaufstellungen, Team‑ und Konfliktmodelle (u. a. Glasl), Online‑Coaching (z. B. Online‑Systembrett).
Hilfreich sind Berufserfahrung im Businesskontext, hohe Reflexions‑ und Beziehungskompetenz, klare Rollengrenzen und Lust auf lebenslanges Lernen. Das Programm adressiert u. a. Fach‑/Führungskräfte, PE‑/HR‑Profis, Trainer und Berater) und nennt Zulassungspfade.
Wer „Menschen richten“ will, statt Prozesse zu begleiten, wer Abgrenzung zur Therapie missachtet, ungern Feedback annimmt und Supervision meidet, wird im Coaching nicht glücklich – und Klienten auch nicht. Ethikleitlinien verlangen u. a. Kompetenzgrenzen zu respektieren und Klienten ggf. weiterzuverweisen.
Nach mind. 2 Jahren und ≥ 570 UE kann das Zertifikat „Systemisches Coaching (wispo)“ erworben werden, mit Fallberichten, Reflexionsbericht, 70 dokumentierten Coachingstunden und Abschlusskolloquium. Zusätzlich möglich: SystCert‑Fachzertifikat „Systemiker mit Spezialisierung Systemisches Coaching“ (analog DIN EN ISO/IEC 17024;).
Die Gebühr beträgt 9.963 € (inkl. Seminare, Supervision, Unterlagen, Online‑Plattform). Das Haus ist nach AZAV zugelassen; über das Qualifizierungschancengesetz sind – je nach Unternehmensgröße und Alter – bis zu 100 % Förderung möglich. Am Ende entscheidet die örtliche Agentur für Arbeit. Realismus: Förderkriterien ändern sich regional; rechtzeitig klären.
Beispielsweise Insights MDI® (Scheelen‑Institut) und Management Drives zur Selbst‑/Fremdreflexion im Coaching, plus das Online‑Systembrett (Jahreslizenz eingeschlossen). Nutzen: Hypothesen bilden, Feedback strukturieren, Visualisierung komplexer Systemdynamiken – alles als Impulse, nicht als Etiketten.
Pragmatisch: saubere Auftrags‑ und Zielklärung, dann Pre‑/Post‑Messung (Skalen zu Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit, Zielfortschritt), Verhaltensindikatoren (z. B. 360°/Mehrquellen‑Feedback), plus Umsetzungsmarker im Alltag. In der Forschung zeigen sich Effekte auch ohne Multi‑Source‑Feedback; es kann Effekte teils dämpfen (Moderator). Wichtig ist Konsistenz der Messung, nicht das „größte“ Tool.
Der Begriff Coach ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt; Qualität ist daher uneinheitlich. Achte auf anerkannten Verband, Ethik, Supervision, Curriculum, Praxisnachweise – und auf klare Abgrenzung zur Psychotherapie. Der Roundtable der Coachingverbände (RTC) hat gemeinsame Coaching‑Standards verabschiedet; mehrere Verbände und auch SystCert publizieren Ethik‑Rahmen.
Makrodaten deuten auf Wachstum: Die ICF nennt für 2025 weltweit ~123.000 Coach‑Praktiker und einen Branchenumsatz von ~5,34 Mrd. USD. Umsatztreiber sind eher mehr Klienten/Sitzungen als höhere Preise. Heißt: Nachfrage da, aber Positionierung und Qualität entscheiden über Auslastung.
Checkliste: