Supervision ist eine arbeits- und berufsbezogene Beratung zur Reflexion des professionellen Handelns. Sie richtet sich an Einzelne, Teams und Organisationen und trägt zur Qualitätssicherung und Organisationsentwicklung bei.
Systemische Supervision ist die Reflexion professionellen Agierens vorwiegend in psycho-sozialen Einrichtungen. Sie basiert auf Systemischem Denken und Handeln und soll unter Berücksichtigung von Zusammenhängen und Wechselwirkungen Fach- und Führungskräfte in ihrer Professionalität stärken. Ziel ist die Erweiterung von Denk‑ und Handlungsmöglichkeiten; sie arbeitet auftragsbezogen und prozessorientiert. Das Programm betont zusätzlich Mehrperspektivität, Allparteilichkeit und Transparenz des Vorgehens.
Man unterscheidet zwischen fachlicher Fallsupervision und prozessorientierter Teamsupervision. Fallsupervision unterstützt über Reflexion die fachliche Qualität der Arbeit, die Teamsupervision gibt Unterstützung für kollegiale Regelbildlungen des Teams zur besseren Erfüllung der Aufgabe der Institution.
Typisch sind z. B. Rollen‑ und Schnittstellenklärung, Team‑ und Führungsthemen, Konflikte, Qualitäts‑ und Fallreflexion oder die Begleitung von Veränderungen – kurz: komplexe berufliche Situationen, in denen Reflexion Wirkung entfaltet.
Zunächst werden Auftrag, Ziele und Rahmen geklärt. Dann folgt die Arbeit an Fällen/Anliegen (z. B. mit systemischen Fragen, Perspektivwechseln, Hypothesen, Visualisierungen), gefolgt von Transfer‑ und Vereinbarungen. Meistens bestimmt der Supervisand bzw. das zu supervidierende Team die Themen der Supervision.
Eine Einzelsupervision dauert in der Regel 1 Stunde, eine Teamsupervision 3 Stunden. Ziel ist die Sicherung fachlicher Beratungsqualität oder / und eine gute Arbeitsqualität im Team. Supervision ist ein strukturiertes Reflexionsverfahren, kein loses „Plaudern“.
Coaching ist eher anlassbezogen (6-10 Sitzungen) und verlangt vom Coach keine besonderen fachlichen Kenntnisse des Coaches. Supervision ist eher ein andauernder Regelprozess der fachlichen und prozesshaften Begleitung vorwiegend von psycho-sozialen Einrichtungen, die auch eine fachliche Kompetenz des Supervisors im Arbeitsbereich der Institution erfordert.
Man unterscheidet je nach Schwerpunkt zwischen Fallsupervision, Teamsupervision und Lehrsupervision während fachlicher Ausbildungen.
Einzelsupervision, Gruppen‑ und Teamsupervision sowie Leitungs‑ und Lehrsupervision sind etabliert. Das Programm arbeitet explizit mit diesen Formaten und legt Schwerpunkte auf Team‑ und Organisationsbezug.
Geeignet ist sie für erfahrene Berater, Fach‑ und Führungskräfte mit reflektierter Haltung, systemischem Interesse und Zugang zu berufsbezogenen Beratungssettings. Das Programm verlangt u. a. Hochschulabschluss oder einschlägige Berufsausbildung/Erfahrung sowie die Möglichkeit, systemische Supervision während der Ausbildung umzusetzen.
Die Weiterbildung läuft berufsbegleitend über mindestens 2 Jahre. Gesamtumfang: 870 UE (inkl. 70 UE Praxis). Das Abschlusszertifikat „Systemische Supervision (wispo)“ ist nach mind. 2 Jahren und 570 UE plus u. a. zwei Fallberichte, ein Reflexionsbericht, 70 dokumentierte Supervisions‑UE und Kolloquium möglich.
Neben dem wispo‑Zertifikat kann die SystCert‑Zertifizierung „Systemiker mit Spezialisierung Systemische Supervision“ erworben werden; SystCert orientiert sich an DIN EN ISO/IEC 17024 (Personenzertifizierung auf Expertenniveau).
Ja. WEB‑Kurse laufen überwiegend online in wöchentlichen 4‑Stunden‑Blöcken, ergänzt um drei Präsenzphasen (u. a. Selbsterfahrung/Abschluss). Als digitales Tool ist z. B. das Online‑Systembrett vorgesehen.
Das Programm weist 7.328 € Gebühren aus (inkl. Seminar‑, Supervisions‑ und Organisationskosten). Als AZAV‑zugelassener Träger sind Förderungen bis 100 % (z. B. Qualifizierungschancengesetz, abhängig von Unternehmensgröße/Alter) möglich; Details entscheidet die örtliche Agentur für Arbeit.
Praxisüblich sind Ziel‑/Wirkungslogiken (z. B. vor‑/nach‑Erhebungen zu Zielerreichung, Konfliktniveau, Rollenklärung), Feedback‑Schleifen und Indikatoren auf Team‑/Organisationsebene. Die Forschung zeigt positive, aber heterogene Evidenz – u. a. zu Kompetenz‑, Zufriedenheits‑ und Qualitätsgewinnen; die Studienlandschaft ist vielfältig, Methodik teils uneinheitlich.
Supervision ist fachlich fundiert, praxisorientiert und ethisch gebunden; SystCert definiert Standards (DIN EN ISO/IEC 17024 und Zertifizierungsrichtlinien.
Supervision fördert und sichert fachliche Beratungsqualität der Mitarbeitenden, was besonders im Hinblick auf die Geschäfts-Risiken (Arbeit im Bereich Familienhilfe, Kindeswohl, etc.) besondere Relevanz hat. Supervision kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn sich das Arbeitsteam über Regeln der Zusammenarbeit uneins ist und die Professionalität des Trams darunter leidet.