2-jährige Ausbildung
ID: PSB26-03 WEB 12
Start: 29.08.2026
Preis: 7.328,00 EUR*
Das Systemische Zentrum der wispo AG bietet eine 2-jährige Ausbildung in Systemischer Paartherapie (wispo) an.
Sie richtet sich an qualifizierte Fachkräfte, die Paare in herausfordernden Lebenslagen professionell, wirksam und menschenfreundlich begleiten möchten. Im Mittelpunkt steht eine systemische Haltung, die Wechselwirkungen in Beziehungssystemen sichtbar macht und Entwicklung anstößt. Sie lernen, Dynamiken nicht als Defizite, sondern als sinnvolle Lösungsversuche zu lesen – und daraus klare Beratungsziele, tragfähige Hypothesen und passgenaue Interventionen abzuleiten. Von Beginn an verbinden wir fundiertes Wissen, ein erprobtes Methodenrepertoire und eine reflektierte professionelle Rolle, damit Sie in komplexen Beratungsprozessen sicher navigieren können.
Der Lehrplan führt Sie zunächst in Logik, Sprache und Ethik systemischer Paartherapie ein. Auf dieser Basis vertiefen Sie die Grundlagen systemischen Arbeitens (Zirkularität, Neutralität, Allparteilichkeit, Hypothesenbildung, Ressourcen und Lösungsfokus) und erweitern Ihr Handwerkszeug: Reframing, Externalisierung, Skulptur und Aufstellungsarbeit, Timeline Formate, Arbeit mit Bodenankern, Symbol und Bildkarten, „Leerer Stuhl“, Strukturierung von Sitzungsphasen und Prozessdesigns. Sie erfahren, wie Setting-Parameter (Einzel-/Paarsequenzen, Frequenz, Dauer, Hausaufgaben, Transferaufträge) den Beratungsverlauf gezielt unterstützen und wie Sie Ergebnisse sichtbar sichern.
Damit verfolgt die Ausbildung in Systemischer Paartherapie das Ziel, den Teilnehmenden ein tiefes Verständnis für die Dynamiken in Paarbeziehungen zu vermitteln – sowohl auf emotionaler, kommunikativer als auch auf körperlicher Ebene. Neben der theoretischen Fundierung steht die praktische Prozessgestaltung im Mittelpunkt.
Das Ziel der Systemischen Paartherapie liegt darin, Paaren zu ermöglichen, behindernde Kommunikations- und Beziehungsmuster zugunsten lebendiger, achtsamer und lustvoller Beziehungsgestaltung zu verändern.
Die Ausbildung integriert Konzepte aus der Systemischen Therapie, der Paar- und Sexualtherapie, der Bindungsforschung sowie der differentiellen Entwicklungspsychologie. Neben systemischen Methoden werden u.a. hypnotherapeutische, gestalttherapeutische und körperorientierte Ansätze vermittelt.
Die Arbeit mit Paaren erfordert besondere Prozesssteuerungskompetenz, da zwei Menschen mit meist gegensätzlichen Bedürfnissen, Emotionen und Verletzungen gleichzeitig begleitet werden. Die Ausbildung sensibilisiert für Timing, Sprache, Haltung und Interventionen im Spannungsfeld zwischen Stabilisierung und Konfrontation, Empathie und Verantwortung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf kommunikativen Mikro Tools, die sich unmittelbar in die Praxis übertragen lassen. Sie arbeiten u. a. mit Markern aus der Paarforschung (z. B. die „Vier apokalyptischen Reiter“), mit strukturierten Dialogformaten (kontrollierter Dialog, ehrliche Mitteilung), mit Elementen der Gewaltfreien Kommunikation und mit mikroanalytischen Zugängen nach Schulz von Thun. Auf dieser Basis können Sie Konflikte deeskalieren, Verständigung fördern und klare Vereinbarungen gestalten – auch in eskalierten Situationen.
JAHR 1: Grundlagen und Methodische Kompetenzen
Im ersten Jahr liegt der Fokus auf dem Erwerb der theoretischen und methodischen Grundlagen systemischer Paartherapie.
Die Teilnehmenden lernen: systemische Haltungen, Fragetechniken und Hypothesenbildung im Paarsetting, den Umgang mit Konflikt-, Kommunikations- und Bindungsmustern, Arbeit mit Genogrammen, Aufstellungen und inneren Bildern, die Anwendung von Methoden der Emotionalen Prozessarbeit, Gestaltarbeit und Körperresonanz, die Integration sexualtherapeutischer Grundkenntnisse in die Paarberatung, Selbstreflexion und Arbeit an der eigenen Beziehungsbiografie.
JAHR 2: Vertiefung, Dynamiken und komplexe Systeme
Im zweiten Jahr werden die erworbenen Kompetenzen vertieft und auf komplexe Dynamiken angewendet.
Die Teilnehmenden erweitern ihre Kompetenzen in der Arbeit mit eskalierten oder erstarrten Paarprozessen, der Bearbeitung von Affären, Trennung und Versöhnung, der Integration von Sexualität als diagnostisches und therapeutisches Feld, der Arbeit mit Mehrpersonensystemen (z. B. Patchwork, Elternschaft, transgenerationale Einflüsse), der professionellen Selbststeuerung und therapeutischen Haltung in emotional herausfordernden Situationen, Supervision, Live-Fallarbeit und kollegialem Feedback.
Das zweite Ausbildungsjahr schließt mit einer praxisorientierten Abschlussarbeit und einem Kolloquium ab.
Ziel ist die Entwicklung einer professionellen therapeutischen Präsenz und der Fähigkeit, komplexe Paarprozesse strukturiert und ressourcenorientiert zu führen.
Wir möchten vor allem Interessierte mit folgenden Basisqualifikationen ansprechen: Ärzte, Psychologen, Diplompädagogen, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Diplom-Pflegepädagogen/-wirte, Theologen und andere Berufe, in denen die Systemische Paarberatung sinnvoll angewendet und Entwicklungs- und Veränderungsprozesse eingeleitet werden können.
In der Ausbildung werden folgende Themen vermittelt.
In unserem separaten ausführlichen Lehr- und Zeitplan finden Sie die Lehrinhalte detailliert aufgeführt, hier im Überblick:
Zusätzlich belegen Sie in der freien Seminar-Spitze Wahlpflicht-Seminare zur weiteren Spezialisierung.
Hier können Sie Themen aus unserem Seminarangebot auswählen, die für Sie in ihrem Arbeitskontext besonders interessant sind,
In der Supervisionsarbeit lernen Sie anhand der Fallarbeit der Kursteilnehmenden ihre Theorie- und Methodenkompetenz in konkreten Therapie- und Beratungsprozessen gezielt anzuwenden.
In Intervisionseinheiten (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit Ihren Kursteilnehmenden die vermittelten Inhalte und üben selbstständig Methoden ein.
In Intervisionen (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit anderen Teilnehmenden die vermittelten Inhalte und Methoden und üben zusätzlich das professionelle Agieren im systemischen Arbeitskontext.
Unsere Online-Seminare mit spannenden Vorträgen und Workshops vermitteln Ihnen authentisch Kompetenzen systemischer (Vor-)denker sowie bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Kontext der lebens- und arbeitsweltlichen Beratung.
1.1 Akademischer Abschluss
oder
1.2 Abgeschlossene Berufsausbildung im psycho-sozialen, pädagogischen oder heilenden Bereich
oder
1.3 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich plus abgeschlossene Aufstiegsfortbildung, z.B. Meisterprüfung, IHK-Fortbildungen
oder
1.4 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich und mind. 3 Jahre Berufserfahrung im Kontext psychosozialer Beratung
2. Möglichkeit zur Umsetzung Systemischer Paar-Beratung während der Ausbildung
*) Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualer Hochschulen.
Die Zulassungsvoraussetzungen gelten auch für den zusätzlichen Erwerb des SystCert Zertifikats als Systemiker oder Systemikerin.
Über die Teilnahme von Bewerbern, die die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen,. aber über adäquate Eignung verfügen, wird in einem Aufnahmegespräch entschieden.
Ein Abschlusszertifikat „Systemische Paartherapie (wispo)“ kann nach mind. 2 Jahren und insgesamt 570 Unterrichtseinheiten erworben werden
Voraussetzung ist:
Option auf das SystCert-Zertifikat
Nach Abschluss der Ausbildung können die Teilnehmenden zusätzlich eine Anerkennung als Systemiker / Systemikerin (SystCert) erhalten.
Als Spezialisierung wird hierfür das Fachgebiet ‚Systemische Paartherapie‘ eingetragen.
Die Prüfung der Fallberichte, des Reflexionsberichts und das Ausstellen der SystCert-Bescheinigung sind bereits in den Ausbildungsgebühren enthalten.
Die Kosten für die Ausbildung „Systemische Paartherapie“ betragen insgesamt 7.328,00 €.
Die Zahlung der Ausbildung erfolgt in monatlichen Raten - sprechen Sie mit unserem Büro. Es fallen keine obligatorischen Übernachtungskosten an.
Diese Ausbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 100% förderfähig.
Familien‑ und Paaraufstellungen, Organisations‑ und Teamaufstellungen, Strukturaufstellungen, Aufstellungen innerer Anteile, Mehrparteien‑Konfliktformate und transgenerationale Formate (z. B. Genogramm‑bezogen).
Systemische Paartherapei betrachtet nicht „kranke Personen“, sondern unproduktive Beziehungsmuster – und arbeitet ressourcenorientiert an neuen Interaktionen, Bedeutungen und Lösungen.
Systemische Arbeit steuert nicht linear „die Beziehung“, sondern setzt Impulse und Rahmenbedingungen, die Selbstorganisation und Entwicklung des Paares ermöglichen. Der Therapeut übernimmt prozessuale Verantwortung, nicht die Entscheidungshoheit über das Paar.
Sie macht Wechselwirkungen sichtbar, reframed festgefahrene Deutungen, stärkt Ressourcen und verändert Kommunikations- und Bindungsmuster; Ziel sind tragfähige Vereinbarungen, Differenzierung und Beziehungswachstum.
Wiederkehrende Konflikte, Kommunikationsstörungen, Verletzungen (z. B. nach Affären), Sexualitäts- und Nähe-Distanz-Themen, Patchwork- oder Elternschaftskonflikte, transgenerationale Einflüsse – also komplexe Mehrpersonendynamiken.
Typisch sind zirkuläres Fragen, Hypothesenbildung, Reframing, Externalisierung, Skulptur/Aufstellungen, Genogramm- und Timeline-Arbeit, „Leerer Stuhl“, Arbeit mit Symbol-/Bildkarten, strukturierte Dialoge (z. B. kontrollierter Dialog), Elemente der Gewaltfreien Kommunikation – dazu Marker aus der Paarforschung wie die „Vier apokalyptischen Reiter“.
Das Setting variiert (Paar- und Einzelsequenzen, Frequenz, Hausaufgaben/Transferaufträge). Wichtig ist ein klares Prozessdesign: Auftragsklärung, Intervention, Auswertung, Vereinbarungen – Ergebnisse werden sichtbar gesichert.
Mehrere Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen sprechen für deutliche Effekte; zusammengefasste Effektgrößen liegen häufig im mittleren bis hohen Bereich und sind mit anderen Psychotherapien vergleichbar. Unterschiede zwischen Ansätzen sind oft geringer als erwartet.
Das hängt von Zielen, Eskalationsgrad und Mitarbeit ab. Kurzzeit- bis mittelfristige Verläufe sind üblich; für emotionsfokussierte Paartherapie werden häufig 8–20 Sitzungen genannt (Orientierungswert).
Reine Paartherapie gilt i. d. R. nicht als Kassenleistung. Gesetzliche Kassen übernehmen Psychotherapie nach Richtlinie (u. a. Systemische Therapie bei Erwachsenen), nicht jedoch Ehe-/Lebens-/Paartherapie als solche.)
Für Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit, Theologie u. ä., die systemische Beratung in Mehrpersonensettings umsetzen können. Auch berufserfahrene Quereinsteiger mit passender Vorbildung sind möglich – entscheidend sind Reflexions- und Anwendungsmöglichkeiten.
Allparteilichkeit, Neutralität, saubere Hypothesenbildung, sprachliche Präzision, Timing (zwischen Stabilisierung und Konfrontation), professionelle Selbststeuerung – kurz: Prozess- und Kommunikationsfeinmotorik.
Substanz zeigt sich an klaren Curricula mit Theorie/Methodik, Selbsterfahrung, Supervision, Intervision, dokumentierter Praxis und transparenten Prüfungsleistungen. Beispiel: die zweijährige, SystCert-fähige Spezialisierung „Systemische Paartherapie“ (u. a. 870 UE, davon 70 UE Praxis; Abschlussarbeit & Kolloquium).
Nein. Der Begriff ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt; geschützte Titel sind z. B. Psychologischer Psychotherapeut. Deshalb ist der Blick auf seriöse Ausbildungs- und Zertifizierungsnachweise zentral.
Ja. Moderne Curricula adressieren explizit Paartherapie in LGBTQIA+-Beziehungen sowie kultursensible Arbeit.
Bei akuter Gewalt, massiver Suchtproblematik oder schweren psychischen Krisen steht zunächst Sicherheit/medizinische bzw. individuelle Behandlung an. Paarartherapie kann später anschließen; systemisch heißt nicht „um jeden Preis“.