1-jährige Ausbildung
Diese einjährige, berufsbegleitende Kompakt-Ausbildung in „Systemischer Gruppendynamik“ richtet sich an Fach- und Führungskräfte, Berater, Trainer, Psychotherapeuten sowie an Personen aus pädagogischen, sozialen und organisationalen Arbeitsfeldern, die Gruppenprozesse nicht nur verstehen, sondern professionell und verantwortet gestalten wollen.
Gruppen sind zentrale Orte organisationalen Handelns. In ihnen entstehen Entscheidungen, Loyalitäten, Konflikte und Orientierung – aber auch Blockaden, Schweigen und Abwehr. Wer Gruppen moderiert, führt oder berät, bewegt sich deshalb dauerhaft im Spannungsfeld von Beziehung, Aufgabe, Macht und Verantwortung. Diese Ausbildung adressiert genau dieses Spannungsfeld – ohne einfache Rezepte, dafür mit einem klaren professionellen Anspruch.
Die Kompakt-Ausbildung ist ausdrücklich für Personen konzipiert, die bereits über eine systemische Vorqualifizierung verfügen (mind. 200 UE). Dadurch können systemische Grundlagen vorausgesetzt werden. Der Fokus liegt auf gruppendynamischer Diagnose- und Steuerungskompetenz, auf der Entwicklung einer tragfähigen Haltung sowie auf der sicheren Prozessgestaltung in anspruchsvollen Gruppensettings.
LEHRINHALTE
Im Zentrum steht die gruppendynamische Grundannahme, dass Gruppen keine neutralen Gefäße sind, sondern eigenständige soziale Systeme mit eigener Logik. Diese Logik lässt sich weder durch Methoden noch durch gute Absichten außer Kraft setzen. Professionelles Handeln beginnt deshalb nicht mit Interventionen, sondern mit Wahrnehmung, Selbstdiagnose und der Fähigkeit, Spannungen auszuhalten, bevor gehandelt wird.
Ein zentrales Lernziel ist die Fähigkeit, Arbeitsfähigkeit in Gruppen und in organisationalen Kontexten herzustellen, zu erhalten – und in bestimmten Situationen auch bewusst zu riskieren. Arbeitsfähigkeit wird dabei nicht als harmonischer Zustand verstanden, sondern als dynamische Balance zwischen Offenheit und Struktur, zwischen Zumutung und Schutz, zwischen individueller Beteiligung und kollektiver Verantwortung. Die Teilnehmer lernen, sauber zwischen Gruppe, Organisation und Kontext zu unterscheiden und Interventionen so zu gestalten, dass diese Unterschiede nicht verwischt, sondern geklärt werden.
Bearbeitet werden u.a. Wahrnehmung und Diagnose von Gruppenprozessen, Rollen- und Auftragsklärung, Dynamiken von Autorität und Führung, typische Muster von Macht, Abwehr und Loyalität sowie Konfliktsysteme und deren Eskalationslogiken. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer reflektierten professionellen Haltung im Leiten, Moderieren und Beraten von Gruppen.
LEHRMETHODEN
Gelernt wird überwiegend erfahrungsorientiert in mehrtägigen gruppendynamischen Trainings, ergänzt durch Theorieinputs, strukturierte Reflexionsformate und Supervision. Selbsterfahrung ist dabei kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil: Eigene Gruppenbiografien, Rollenübernahmen sowie Macht- und Abwehrmuster werden nicht „therapiert“, sondern als Material genutzt, um die eigene Verwicklung in soziale Dynamiken zu verstehen und im professionellen Handeln bewusster zu werden. Der Teilnehmer lernt, sich nicht als neutralen Beobachter zu missverstehen, sondern als Teil des Systems, in dem er wirkt.
Diese Ausbildung ist keine Methodensammlung und kein Werkzeugkasten für „schwierige Gruppen“. Sie verspricht keine schnellen Lösungen. Sie lädt in einen anspruchsvollen Lernprozess ein, der Sicherheit irritieren kann – und genau dadurch professionelle Souveränität aufbaut. Wer die Ausbildung absolviert, wird Gruppen nicht automatisch einfacher machen, aber deutlich besser verstehen – und verantwortungsvoller führen.
Weitere Informationen finden Sie weiter unten oder können Sie in unserem ausführlichen Programm herunterladen.
Die Aufbauqualifizierung richtet sich an Absolventen des Systemischen Zentrums mit einer vorhandenen systemischen Grundlagenqualifizieurg vn mind. 200 UE.
Die Ausbildung richtet sich an: Trainer, Coaches, Beratungsfachkräfte, Fachkräfte aus Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Führungskräfte, Fachkräfte aus Personalentwicklung & Organisationsberatung, Berater und Therapeuten, die sich gruppendynamische Kompetenzen aneignen möchten.
In der Ausbildung werden folgende Themen vermittelt.
In unserem separaten ausführlichen Lehr- und Zeitplan finden Sie die Lehrinhalte detailliert aufgeführt, hier im Überblick:
Zusätzlich belegen Sie in der freien Seminar-Spitze Wahlpflicht-Seminare zur weiteren Spezialisierung.
Hier können Sie Themen aus unserem Seminarangebot auswählen, die für Sie in ihrem Arbeitskontext besonders interessant sind.
In der Supervisionsarbeit lernen Sie anhand der Fallarbeit der Kursteilnehmenden ihre Theorie- und Methodenkompetenz in konkreten Gruppenleitungsprozessen gezielt anzuwenden.
In Intervisionseinheiten (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit Ihren Kursteilnehmenden die vermittelten Inhalte und üben selbstständig Methoden ein.
In Intervisionen (Peergruppenarbeit) vertiefen Sie mit anderen Teilnehmenden die vermittelten Inhalte und Methoden und üben zusätzlich das professionelle Agieren im systemischen Arbeitskontext.
Unsere Online-Seminare mit spannenden Vorträgen und Workshops vermitteln Ihnen authentisch Kompetenzen systemischer (Vor-)denker sowie bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Kontext der lebens- und arbeitsweltlichen Beratung.
1.1 Akademischer Abschluss oder
1.2 Abgeschlossene Berufsausbildung im psycho-sozialen, pädagogischen oder heilenden Bereich oder
1.3 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich plus abgeschlossene Aufstiegsfortbildung, z.B. Meisterprüfung, IHK-Fortbildungen oder
1.4 Abgeschlossene Berufsausbildung in einem beliebigen Bereich und mind. 3 Jahre Berufserfahrung im Kontext psychosozialer Beratung
2. Systemische Ausbildungserfahrung über mindestens 200 UE.
3. Möglichkeit zur Umsetzung systemischer gruppendynamischer Leitung während der Ausbildung.
*) Hochschulabschlüsse sind Bachelor-, Master- und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualer Hochschulen.
Über die Teilnahme von Bewerbern, die die vorgenannten Kriterien nicht erfüllen,. aber über adäquate Eignung verfügen, wird in einem Aufnahmegespräch entschieden. Das Institut behält sich vor, auch solche Bewerber anzunehmen, weist jedoch bereits bei der Zulassung darauf hin, dass evtl. kein SystCert-Zertifikat erlangt werden kann.
Ein Abschlusszertifikat „Systemische Gruppendynamik Aufbau (wispo)“ kann nach mind. 1 Jahren und insgesamt 395 Unterrichtseinheiten erworben werden.
Voraussetzung ist:
Absolventen können zusätzlich eine Anerkennung als Systemiker / Systemikerin (SystCert) erhalten.
Als Spezialisierung wird das Fachgebiet ‚Systemische Gruppendynamik‘ eingetragen.
Die Voraussetzungen sind gegeben, wenn sie die Anforderungen an den Gesamtumfang Systemischer Ausbildungen (SystCert) erfüllen.
Die wispo AG stellt eine Bescheinigung über die Leistungen dieser anerkannten Kernausbildung zur Vorlage bei der Zertifizierungsstelle aus.
Die Gebühren für den Abschluss der Aufbau-Ausbildung ‚Systemische Gruppendynamik (wispo)‘ betragen insgesamt € 6.622,74.
Es fallen keine obligatorischen Übernachtungskosten an.
Sie benötigen nicht den gesamten Leistungsumfang? Sprechen Sie uns gern an – wir finden eine passende Variante.
Die Zahlung erfolgt in monatlichen Raten, bei Sofortzahlung profitieren Sie zusätzlich von einem Preisvorteil.
Diese Ausbildung ist mit Bildungsgutschein bis zu 100% förderfähig.
Systemische Gruppendynamik verbindet die Lehre sozialer Gruppenvorgänge mit systemischem Denken: im Fokus stehen Wechselwirkungen, Muster und Kontexte – nicht Einzelpersonen isoliert. Systemisches Arbeiten betont Zirkularität, Kontextsensibilität und Mehrperspektivität.
Klassische Gruppendynamik beschreibt Prozesse in Gruppen (Einfluss, Rollen, Normen). Die systemische Variante ergänzt Prinzipien wie Allparteilichkeit (Haltung, die alle Beteiligten ernst nimmt), Hypothesenarbeit und die konsequente Betrachtung des Systems statt „Ursachensuche“ bei Einzelnen.
Teilnehmer bauen Wahrnehmung für Muster aus, werden in turbulenten Situationen handlungssicherer, können Konfliktsysteme professionell bearbeiten und eine reflektierte Leitungsidentität entwickeln. Genau diese Entwicklungsziele sind Kern des Curriculums.
Für Teamführung, Change-Prozesse, Konfliktklärung und Formate mit vielen Stakeholdern – einschließlich Großgruppenarbeit (z. B. World Café). So lassen sich Energie für Veränderung und tragfähige Vereinbarungen mobilisieren.
Für Trainer, Coaches, Berater, Führungskräfte, Fachkräfte aus Pädagogik/Psychologie/Sozialarbeit sowie Personen in Personal- und Organisationsentwicklung – kurz: alle, die Gruppenprozesse lesen und gestalten müssen.
Von systemischer Haltung über Auftragsklärung, zirkuläres Fragen und soziometrische Verfahren bis zu Konfliktsystemik, Großgruppenmoderation, Ethik/Macht und Wirksamkeitsdesign – plus intensive Selbsterfahrung und Supervision.
Akademischer Abschluss oder passende Berufsausbildung/-erfahrung im (psycho-)sozialen oder pädagogischen Feld – sowie die Möglichkeit, während der Ausbildung echte Gruppenleitungen umzusetzen. Einzelfallentscheidungen sind möglich.
Zwei Jahre. Insgesamt 870 Unterrichtseinheiten (davon 70 UE Praxis), mit Blockseminaren (Präsenz oder überwiegend online), Supervision, Intervision, Wahlseminaren und Lehr-Videothek – eng verzahnt von Theorie, Methode und Praxis.
Unter anderem: Hypothesenarbeit, zirkuläre Fragen, Skulptur, Tetralemma, Timeline, Reflecting Team, Live- und Video-Supervision; später Strukturaufstellungen, Reframing, Großgruppenformate. Alles hypothesenbasiert statt „Methodenzirkus“.
Der Leiter wahrt eine Haltung, die Anliegen aller Seiten ernst nimmt und Verständigung ermöglicht – keine „Neutrum-Haltung“, sondern ein aktives Sich-Einlassen auf alle Perspektiven, ohne sich vereinnahmen zu lassen.
Durch engmaschige Supervision (live und per Video), Design- und Mikroanalyse, Praxisprojekte und kollegiale Intervision. Das Ziel: belastbare Interventionen, klare Mandatsführung und reflektierte Professionalität.
Verpflichtend sind 70 UE dokumentierte Gruppenleitungen unter begleitender Supervision; hinzu kommen Fallberichte, ein Reflexionsbericht und Abschlusskolloquium – also reichlich „echte Luft unter den Flügeln“.
Ja. Abschluss „Systemische Gruppendynamik (wispo)“; zusätzlich kann das SystCert-Zertifikat „Systemiker“ mit Spezialisierung Systemische Gruppendynamik erworben werden – ausgerichtet an ISO/IEC 17024 (Personenzertifizierung).
Kombination aus SystCert-Anerkennung, DGSF-Akkreditierung, AZAV-Zulassung, breiter Dozentenbasis und ergänzender Mediathek/Online-Plattform – kurz: Qualität, Vielfalt, Transferstärke.