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Newsletter 2/2018
Im Fokus: Traumatherapie
 
Liebe Leserin, lieber Leser,
 
Schwerpunkt dieses Newsletters ist das Thema Trauma. Spontan mag man dieser Tage an die Probleme von Geflüchteten denken. Es gibt aber auch viele andere Menschen, die im Laufe ihres Lebens Traumata erleiden.Traumatische Ereignisse können Menschen jeden Alters und quer durch die sozialen und ökonomischen Schichten treffen. Sie sind Teil der menschlichen Erfahrung. Ob Unfälle, Naturkatastrophen, Kriege, Familienkonflikte, sexuelle Ausbeutung, Kindesmissbrauch, bedrückende soziale Verhältnisse: Die Erfahrung von Hilflosigkeit, Überforderung, Gewalt und Ohnmacht lässt niemanden unverändert, die Betroffenen werden typischerweise überwältigt – emotional, mental und physisch. Auch unverarbeitete Traumata früherer Generationen hinterlassen Narben, haben Auswirkungen auf die Lebensgestaltung der Jüngeren.

Diese Menschen brauchen professionelle Hilfe, um die Erlebnisse verarbeiten und wieder nach vorne schauen zu können.

Im
Systemischen Zentrum bieten wir Ihnen eine berufsbegleitende, zwölfmonatige Fortbildung in der Traumatherapie an. Die Kurse stärken Ihr Handlungsrepertoire und tragen dazu bei, dass Sie Ihren Klientinnen und Klienten angemessene, professionelle Hilfestellung leisten können. Durch die Fortbildung «Traumatherapie» erreichen Sie ein vertieftes Verständnis und hohe Sensibilität im Umgang mit Menschen mit diesen Besonderheiten.
 
Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre!
 
Herzlichst
 
Dipl.-Psychologe Tobias Günher
Leiter des Systemischen Zentrums


(Billdnachweis: aslysun by Shutterstock.com)


Inhalte des Newsletters
  • Interview mit  Fortbildungsleiter Roman Hoch: 5 Fragen, 5 Antworten
  • Hätten Sie's gewusst? Es gibt einen Erste-Hilfe-Koffer bei Traumata!
  • Fortbildungshinweise
  • Weiterführende Literatur und Informationen                                                               

Wirkliches Zuhören lernen:

Darum geht es in der Fortbildung Traumatherapie
Nachgefragt: Was sind die Inhalte der Traumatherapie, für wen ist die Fortbildung empfehlenswert und was nehmen die Teilnehmenden für sich selbst mit?

Dipl.-Sozialpädagoge Roman Hoch, Fortbildungsleiter der berufsbegleitenden, zwölfmonatigen Traumatherapie am Systemischen Zentrum; traumazentrierter Fachberater (DEGPT), Systemischer Berater & Therapeut (DGSF), lieferte uns seine Antworten. 


Zum kompletten Interview geht es hier entlang: 
Zum Interview

Hätten Sie's gewusst:
Es gibt einen Erste-Hilfe-Koffer für Traumata!

Eine Art Erste-Hilfe-Koffer ist die Psychische Erste Hilfe (PEH). Nach Unfällen oder Katastrophen eignet sich die PEH dazu, bei Betroffenen unmittelbar nach dem Ereignis Belastungen zu reduzieren, bei gegenwärtigen Bedürfnissen zu helfen und adaptives Verhalten zu begünstigen, wobei allein schon mit Information, Zuwendung, Anteilnahme und Zuhören viel erreicht werden kann. Das Konzept der PEH wurde von internationalen Experten entwickelt, verschiedene Interventionen wurden für den deutschsprachigen Raum adaptiert. Zu den Kernelementen der PEH zählen:
  • Kontakt angemessen herstellen
  • Kurzfristig für Sicherheit sorgen
  • Stabilisieren
  • Momentane Bedürfnisse und Sorgen kennenlernen
  • Praktische Hilfe anbieten
  • Soziale Unterstützung aufbauen
  • Informationen zur Bewältigung der Ereignisse geben ("Flashbacks nach einem tragischen Erlebnis sind eine normale Reaktion, die aber nach und nach abklingen sollte).
  • Kontakt zu weiteren psychosozialen Angeboten herstellen - z.B. Adressen von Traumaambulanzen, Beratungsstellen und Psychotherapeut*innen 
PEH versteht sich als präventive Maßnahme. Sie ermöglicht es, nicht nur Traumatisierungen, sondern auch psychischen Erkrankungen vorzubeugen, die sich infolge stark belastender Ereignisse entwickeln können. 

Im Kontakt mit den Betroffenen prüfen die PEH-Fachkräfte, ob diese noch selbstständig Entscheidungen treffen können. "Falls ja, sollten sie dies auch tun dürfen. Auf keinen Fall soll das Umfeld über ihren Kopf hinweg etwas entscheiden, im Sinne von: "Jetzt nehmen Sie sich erst einmal Urlaub", erklärt Diplom-Psychologin Justine Glaz-Ocik, Dozentin am Systemischen Zentrum. Ein Gespräch sollte ohnehin immer nur mit dem Einverständnis geschehen. "nn es zuviel wird, dürfen die Klient*innen jederzeit abbrechen!"

 

Fortbildungshinweise "Traumatherapie"


Fortbildung "Traumatherapie"

Das Systemische Zentrum bietet eine 12-monatige, berufsbegleitende, Fortbildung "Traumatherapie (wispo)" an.
 
Schockierende Lebensereignisse, seien es kleine oder große, einmalige oder dauerhafte, hinterlassen häufig posttraumatische Störungsbilder. Symptome als Folge sehr unterschiedlicher Traumatisierungen werden auch von Fachkräften nicht immer als solche erkannt. Un- oder falsch behandelt, führen Traumatisierungen oft zu deutlichen Beeinträchtigungen der geistigen, körperlichen und psychosozialen Entwicklung und unterschiedlichen Symptomen.

Ziel der Fortbildung ist die Vermittlung allgemeiner Grundlagen der Psychotraumatologie und moderner Konzepte der Traumatherapie und -pädagogik in Theorie und Praxis. In den einzelnen Modulen werden Erkenntnisse aus verschiedensten Disziplinen mit Inhalten aus der systemorientierten Traumatherapie verbunden.

Die Schwerpunkte in der Vermittlung von ressourcenorientierten Stabilisierungstechniken, einschließlich psychoedukativer Maßnahmen, der Anleitung zur Krisenintervention, der prognostischen Einschätzung und der Planung adäquater Beratungs- und Vermittlungsstrategien für die Traumabearbeitung sind die Basis eines umfassenden Grundwissens.

In Form von anschaulichen Präsentationen, Übungen (Training und Selbsterfahrung), Rollenspielen, Video- und Live-Demonstrationen werden die Inhalte praxisnah von Modul zu Modul aufeinander aufbauend vermittelt.


Die Vorteile auf einen Blick: 
  • Fördermöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit
  • Sinnvolle Ergänzung des eigenen Beratungsspektrums
  • Spezialisierung in der psychosozialen Beratung
(Bildnachweis: Phagalley by Shutterstock.com)

Fortbildungsleiter*innen "Traumatherapie"

Diplom-Sozialpädagoge Roman Hoch

Systemischer Therapeut & Berater (DGSF)
Traumazentrierter Fachberater (DEGPT)

Therapie & Beratung in freier Praxis
Lehrender am Systemischen Zentrum
Dozent / Lehrbeauftragter Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften
Autor von Fachpublikationen

Praktische Expertise:
  • Ambulante Rückfallprophylaxe für sexuell grenzverletzende Jugendliche / Zwangskontext
  • Gruppen & Einzeltherapeutische Interventionen: kognitiv behavioral & systemisch
  • Forensische Ambulanz Südholstein
  • Forensische Diagnostik
  • Streetwork
  • HIV / AIDS Beratung & Prävention
  • Online Beratung
  • Bewährungshilfe
Diplom-Psychologin Karoline Roshdi

Systemische Coachin (DGSF)
Psychologische Bedrohungsmanagerin
Deeskalationstrainerin
Ausbilderin in psychologischer Ersthilfe nach potenziell traumatischen Ereignissen
Lehrende am Systemischen Zentrum
Fachreferentin auf nationaler und internationaler Ebene
Autorin und Herausgeberin von Fachpublikationen.


Praktische Expertise:
  • Entwicklung von interdisziplinären Sicherheits- und Präventionsstrukturen im Rahmen des Bedrohungsmanagements
  • Maßgebliche Mitentwicklung des Dynamischen Risiko Analyse Systems (DyRiAS).
  • Langjährige wissenschaftsbasierte und praktische Berufserfahrung in der Präventionsarbeit bei entstehender Gewalt
  • Umfassende Erfahrung in der Arbeit sowie Beratung zur Krisenintervention und -nachsorge.

+ + + Die Starttermine auf einen Blick: + + +



Standort Leipzig

Wo: Systemisches Zentrum, Fleischergasse 11/ Hainstr. 17-19 , 04109 Leipzig
Wann: Mittwoch, 13. Juni 2018, 9:00 Uhr

Programm + Preis + Anmeldung


Standort München

Wo: Systemisches Zentrum, Rosenheimer Str. 203, 81671 München
Wann: Freitag, 15. Juni 2018, 9:00 Uhr

Programm + Preis + Anmeldung


Standort Stuttgart

Wo: Systemisches Zentrum, Rotebühlstr. 104, 70178 Stuttgart
Wann: Montag, 9. Juli 2018, 9:00 Uhr

Programm + Preis + Anmeldung


Standort Wiesbaden

Wo: Systemisches Zentrum, Dotzheimer Straße 61, 65197 Wiesbaden
Wann: Montag, den 20. August 2018, 9:00 Uhr

Programm + Preis + Anmeldung


Weiterführende Literatur und Informationen

Fachliteratur Trauma:
  • Boos, Anne: Traumatische Ereignisse bewältigen, 2007
  • Crone, Ilke: Das vorige Jetzt  – Familienrekonstruktion in der Praxis, 2018
  • Hanswille Reinert und  Kissenbeck, Anette:  Systemische Traumatherapie – Konzepte und Methoden für die Praxis, 2014
  • Hantke, Lydia & Görges, Hans-Joachim: Handbuch Traumakompetenz: Basiswissen für Therapie, Beratung und Pädagogik, 2012
  • Korittko, Alexander: Traumatischer Stress in der Familie: Systemtherapeutische Lösungswege, 2012
  • Dr. Krüger, Andreas: Powerbook – Erste Hilfe für die Seele, 2011
  • Sack, Martin: Schonende Traumatherapie: Ressourcenorientierte Behandlung von Traumafolgestörungen, 2010
  • Sautter, Christiane: Wenn die Seele verletzt ist. Trauma – Ursachen und Auswirkungen, 2015
  • Schäfer, Ulrike & Rüther, Eckart et al.: Hilfe und Selbsthilfe nach einem Trauma. Ein Ratgeber für seelisch schwer belastete Menschen und ihre Angehörigen,  2009
Belletristik- Empfehlungen – für diejenigen, die sich dem Thema „Trauma“  aus Klient*innensicht nähern möchten, z.B.:
  • Becken, Kirsten: Seeing Her Ghosts, 2017
  • Inhalt: Die Fotografin Kirsten Becken beschäftigt sich künstlerisch mit der Psychose ihrer Mutter und stieß in diesem Prozess darauf, dass hinter der Erkrankung ein unverarbeitetes Trauma liegt. Wie nähert man sich dem vermeintlich Unsagbaren? Und wie können diese Wunden heilen? 
  • Hamid,  Mohsin: Exit West, 2017
  • Inhalt: „Exit West“ des Pakistaners Moshin Hamid ist ein berührender Roman, der sich mit den zentralen Themen unserer Zeit beschäftigt: Flucht und Migration. In einem muslimisch geprägten Land, das am Rande eines Bürgerkriegs steht, lernen sie sich kennen: Nadia und Saeed. Sie hat mit ihrer Familie gebrochen, fährt Motorrad, ihr dunkles Gewand trägt sie nur als Schutz vor Zudringlichkeiten fremder Männer. Er wohnt noch bei seinen Eltern, ist eher schüchtern und nimmt seine Religion sehr ernst. Während die Sicherheitslage in ihrer Stadt immer prekärer wird, kommen die beiden zusammen. Sie wollen eine gemeinsame Zukunft, in Freiheit. Es gibt Gerüchte über Türen, die diejenigen, die sie passieren, an ferne, sichere Orte bringen können. Doch den Weg durch diese Türen muss man sich mit viel Geld erkaufen. Als die Gewalt eskaliert, beschließen Nadia und Saeed, den Schritt zu wagen. Sie lassen ihr Land und ihr altes Leben zurück…
  • Yanagihara, Hanya: Ein wenig Leben, Berlin, 2017
  • Inhalt:  „Ein wenig Leben“ ist ein dicker Schmöker, den man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann – und deshalb wie geschaffen ist für verregnete Tage, an denen uns die Couch ruft. Die Autorin behandelt in ihrem Roman die ganz großen Themen des Lebens: Wann endet die Vergangenheit? Was ist Familie? Worin unterscheiden sich Liebe und Freundschaft, oder handelt es sich einfach um zwei Begriffe für das Gleiche?
 
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