Qualifizierungschancengesetz:

Was bringt es Unternehmen?

Was das Qualifizierungschancengesetz Arbeitgeber*innen bringt, plakativ auf den Punkt gebracht:

Die Kriterien für eine Förderung der Weiterbildung
Durch das neue Gesetz bekommt die Bundesagentur für Arbeit (BA) ein erweitertes und geändertes Aufgabenspektrum. Bisher war ihre Hauptaufgabe im Bezug auf Weiterbildung, dass arbeitssuchende Personen für einen anderen Job weiterqualifiziert, also durch eine Umschulung gefördert werden sollten. Mit dem Qualifizierungschancengesetzes wird das anders.

Nun werden schon prophylaktisch Arbeitnehmer*innen weitergebildet, damit sie auch noch in einigen Jahren eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Aufgaben der BA liegen nun darin, Arbeitnehmer*innen und Unternehmen über die Möglichkeiten einer Weiterbildung zu beraten und diese finanziell zu fördernunter anderem durch Übernahme von Lohnkostenzuschüssen, wenn die Arbeitnehmer während der Weiterbildung bei vollen Bezügen freigestellt werden.

Natürlich kann die BA nicht für alle möglichen Weiterbildungen eines Unternehmens aufkommen. Deshalb gibt es eindeutige Regelungen im § 82 SGB III.

Dazu gehören die folgenden:

Allgemeingültigkeit
Die Weiterbildung darf nicht auf den aktuellen Arbeitsplatz bezogen sein. Die Kenntnisse, die im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes vermittelt werden, sollen de Arbeitnehmer*innen fit machen für die Aufgaben der Zukunft. Eine Weiterbildung, in der Fähig- und Fertigkeiten für die aktuelle Position vermittelt werden, würde dem zuwiderlaufen. Aus diesem Grund können derartige Angebote nicht gefördert werden.

Zeitlicher Abstand
Eine abgeschlossene Berufsausbildung muss mindestens vier Jahre zurückliegen. Eine Qualifizierung in dem Sinne, dass sie sich für neue Aufgaben rüsten müssen, kommt für Berufsanfänger*innen nicht in Frage – damit entfällt auch die Möglichkeit einer Förderung nach dem Qualifizierungschancengesetz.

Verhältnismäßigkeit
Die Abstände zwischen zwei Weiterbildungen müssen mindestens vier Jahre betragen. Hier geht es dem Gesetzgeber darum, sich vor Missbrauch einer Weiterbildung zu schützen. Es ist wenig sinnvoll, Arbeitnehmer alle zwei oder drei Jahre für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu qualifizieren. Eine gewisse Zeit müssen die Kenntnisse, Fähig- und Fertigkeiten der Arbeitnehmer aktuell sein.

Externe Durchführung + Mindestdauer
Die Qualifizierung muss extern durchgeführt werden und mindestens 160 Stunden umfassen. Arbeitnehmer*innen können sich an einen Bildungsträger , wie z.B. das Systemische Zentrum als anerkannten Anbieter, wenden und dort eine Weiterbildung absolvieren. Die Maßnahme kann aber auch im Unternehmen selbst durch einen externen Dienstleister  angeboten werden. Das Systemische Zentrum bietet auch solche Inhouse-Schulungen an.

 

Wie können Arbeitnehmer eine Weiterbildung beantragen?

Wie können Arbeitnehmer eine Weiterbildung im Rahmen des neuen Gesetzes beantragen? Da die Weiterbildung im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes von zwei Seiten gefördert wird, muss sie auch bei diesen beiden Seiten beantragt werden. Arbeitnehmer müssen daher einen Antrag sowohl bei der Bundesagentur für Arbeit als auch bei ihrem Arbeitgeber stellen.

Die Bundesagentur für Arbeit kann zunächst über die Weiterbildung beraten, entscheidet aber letztlich auch darüber, ob sie überhaupt gefördert werden kann.

Wichtig für Arbeitnehmer: Mit dem Qualifizierungschancengesetz haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Beratung zur Weiterbildung und Qualifizierung. Einen Rechtsanspruch darauf, dass jede mögliche Weiterbildung durch die BA gefördert wird, gibt es aber nicht.