Nachlese zum Workshop am 12. Januar in Leipzig

Systemische Beratungs- und Entwicklungsarbeit in psychosozialen Beratungsfeldern am 12. Januar in Leipzig

Fachkräfte, die im Hilfe- oder Erziehungssystem Beratungs-, Betreuungs- und Entwicklungsaufgaben wahrnehmen, brauchen besondere Qualifikationen und Kompetenzen. Nur so können sie im vielschichtigen Spannungsfeld von psychosozialen Problemlagen, familialen Beziehungskonstellationen und –dynamiken sowie in Konflikt- und Krisensituationen professionelle Leistungen erbringen.

Wie der Systemische Ansatz sowohl Beratenden in der beruflichen Praxis als auch Hilfesuchenden eine wertvolle Unterstützung bieten kann, erfuhren die Teilnehmenden des Workshop, der am Freitag, dem 12. Januar im Systemischen Zentrum in Leipzig stattfand. Einige der Beratungsprofis, die in Beratungsstellen, in der Familienhilfe, in Rehaeinrichtungen, in der Flüchtlings- und Migrationshilfe, in Schulen oder Kitas arbeiten, sind bereits mit der Systemik im Rahmen ihres Studiums oder beruflichen Werdegangs Berührung gekommen. Andere wiederum betraten Neuland.

Kerstin Lambert, Lehrende des Systemischen Zentrums, ging mit ihnen gemeinsam der Frage nach: Wie kann ich (künftig) mit einem systemischen Blick in die Welt schauen? Im Laufe des Tages bot Lambert der Gruppe verschiedene praktische, systemische Übungen an. Alle zeigten sich sehr interessiert und arbeiteten engagiert mit. Das Anliegen der Workshopleitung war es, Effekte der Arbeit mit Systemen zu zeigen: Je größer das System ist, desto träger reagiert die Masse oder es bilden sich Subsysteme, die autonomer im Gesamtsystem agieren. Die Aufgabe der Teilnehmenden: Sie sollten miteinander in Kontakt treten und dabei erfahren
- was passiert in der Interaktion?
- wie verändert sich der Kontakt zu den anderen, abhängig von der Gruppengröße? Gibt es Unterschiede, ob wir es mit Gruppen zu tun haben, die aus 4,5 oder 6 Mitgliedern bestehen oder aber aus 30 Personen?

Die Dozentin wandte dafür die „Holzstäbe-Methode“ an: Die Teilnehmenden sollten zunächst alleine, für sich, den Stab auf dem flachen Handteller balancieren, später dann in kleinen und dann immer größer werdenden Gruppen. Gemeinsam reflektierten die Teilnehmenden ihre Interaktion.

Die Teilnehmenden gaben als Rückmeldung zum Tag an, dass sie viele der vorgestellten Ideen für die Praxis mitnehmen konnten, um diese in der Arbeit mit Klienten oder für die Arbeit im Team anzuwenden. Sie hatten „viel Spaß im Workshop“ und empfanden den Tag als belebend und inspirierend. Ferner erhielten sie eine Vorstellung davon, wieviel Spaß eine systemische Weiterbildung machen kann und auch eine Idee davon, wie es ist, systemisch zu arbeiten. Kerstin Lambert wörtlich: „Mit Übung kann man lernen, eine gute Beraterpersönlichkeit zu werden. Und genauso kann man lernen, die eigene Intuition nutzbar zu machen.“ Beide Schlüsselkompetenzen werden in einer systemischen Weiterbildung gelernt und ausgebaut.