Nachlese zum Infotag am 13.11. in Leipzig

Systemische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Kontext von Krisen und Konflikten

34 Teilnehmende aus Leipzig, Magdeburg, Halle und Umgebung versammelten sich mit Silvia Vater (Lehrende des Instituts) und Roman Hoch (Dozent des Instituts) am 13.11.2017 in den wunderschönen neuen Räumen des Systemischen Zentrums in Leipzig. Einen Tag lang widmeten sie sich dem Thema "Systemisch denken, handeln und wirken in konflikthaften Situationen mit Kindern, Jugendlichen und Familien."

Wie bei vielen anderen Workshops des Systemischen Zentrums schwirrte zunächst auch an diesem Tag die so oft gehegte Annahme durch den Raum umher, dass es sich beim systemischen Ansatz im Kern um ein primär methodisches Vorgehen handele. Die Verwunderung war groß, als die Dozierenden den Teilnehmenden diese Idee des methodischen Expertentums nicht gänzlich bestätigten, sondern davor die systemische Haltung setzten. Man fragte sich "Was steckt denn dann hinter der konstruktivistischen Idee der Prozesssteuerung in Krisen? Und was bedeutet das, Menschen zurück in ihre eigene Selbstwirksamkeit zu bringen? Und das mittels einer Haltung der professionellen Neutralität und Allparteilichkeit..."

Zunächst gehe es um eine prozessteuernde Haltung des Beratenden – um sich im zweiten Schritt einer systemischen Methode zu bedienen,  erklärten und demonstrierten die Dozierenden am Beispiel einer kleinen Aufstellungsarbeit rund um einen geflüchteten jungen Mann aus Afghanistan. Wichtig sei auch der Kontext des zu Beratenden. „Kontext???” „Ah! Das Umfeld, die Umgebung, die Menschen, Wünsche, Anliegen und Nöte, die sich rund um diesen Menschen tummeln.” ‚Aber diese seien ja nicht da oder zu sehen!' „Genau. Daher gilt es, eben diese abwesenden Anwesenden zu befragen!”, machten Silvia Vater und Roman Hoch klar.

Am Nachmittag wurden dann mit großem Engagement systemische Fragetechniken ausprobiert und angewendet:

  • „Welche guten Ideen würde Dir Dein Bruder in Afghanistan zu Deinem aktuellen Problem hier in Deutschland schicken, wenn wir ihn fragen würden?"
  • „Welche Überlebensstrategien hast Du auf Deiner Flucht entwickelt, die Du jetzt super gut gebrauchen kannst?"
  • „Wenn Deine aktuelle Krise mit uns sprechen könnte, welche Botschaft hätte sie für uns im Gepäck?"

Abgerundet wurde der Nachmittag mit einem Einblick in die DGSF-zertifizierten Weiterbildungsgänge des Systemischen Zentrums in Leipzig und vielen, vielen anderen neugierigen Fragen.

 Silvia Vater und Roman Hoch am Infotag in Leipzig