Offener Workshop in München am 8. Juni:

Hypothesenbildung für systemische Veränderungsarbeit

Am 8. Juni trafen sich 10 am Systemischen Ansatz Interessierte aus dem Großraum München und Rosenheim am Standort München des Systemischen Zentrums. Das Anliegen der Teilnehmenden, die allesamt aus dem Bereich psychosozialer Arbeit stammten (z.B. Leitung einer Kita, eines Jungenhauses oder MA in einer Einrichtung für Frauen mit Drogen- und Abhängigkeitsproblemen): wieder einmal den „systemischen Geist“ schnuppern und bereits Gelerntes auffrischen. Gemeinsam mit Dozent Jürgen Andrae befassten sie sich mit Grundlagen des systemischen Gedankens – hier stand die systemische Hypothesenbildung mit anschließender Auflösung im Fokus: Wo schaut dieser Mann hin? Wie geht es ihm? Ist er alleine?

Eine zentrale Frage, die die Teilnehmenden beschäftigte: Worin besteht der Unterschied zwischen Systemischer Beratung und Systemischer Therapie in der Praxis? Kontrovers wurde in der Gruppe diskutiert, wo in wissenschaftlicher Arbeit Moral, Werte und eigene Grenzen beginnen.
Am Ende des Workshops waren sich alle einig, dass sie einen tieferen Einblick in den systemischen Gedanken gewinnen und vorhandene Kenntnisse systemischen Arbeitens auffrischen konnten; neue Erkenntnisse gewannen sie im Hinblick auf den Umgang mit der eigenen Sprache.
Ein netter Gedanke zum Schluss: Die Teilnehmer*innen regten an, eine Kaffeekasse für eine kleine Spende einzurichten, da sie gerne für die Veranstaltung etwas geben wollten – sozusagen ein systemischer Ausgleich.

Tyler Nix

(Bildquelle: Tyler Nix I Unsplash)