Nachlese zum Workshop am 20. April in Bonn

Kreative Interventionen in der Systemischen Beratung

Zum Workshop „Kreative Interventionen in der Systemischen Beratung“ fanden sich an einem herrlich sonnigen Apriltag ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bonn und der größeren Umgebung ein. Sie gehörten überwiegend psychosozialen Berufen (wie aufsuchende Familienhilfe, Jugendamt, Schwangerenkonfliktberatung) an, einige kamen aber auch aus der Verwaltung und naturwissenschaftlicher Forschung. Sie waren neugierig darauf, mehr über den Systemischen Beratungsansatz zu erfahren. Einige besaßen bereits einen fundierten Hintergrund in Systemischer Therapie und Beratung, für die meisten war dies die erste intensivere Begegnung mit diesem Ansatz.

Claus Triebiger eröffnete den Tag mit einem kurzweiligen Soziogramm, bei dem er bereits erste Elemente des Konstruktivismus einfließen ließ. Im Anschluss führte er die Gruppe durch eine Kommunikationsübung nach Gregory Bateson, bei der die Teilnehmer auf humorvolle Weise sich mit scheinbaren „Gewissheiten“ und den Fallstricken von Wahrheitszuschreibungen auseinandersetzten.

Anschließend zeigte Stephan Druckrey den Teilnehmerinnen und Teilnehmern  im weiteren Laufe des Tages Grundkonzepte des Systemischen Ansatzes und darauf aufbauend verschiedene Möglichkeiten, auf kreative, ungewöhnliche und manchmal auch überraschende Weise (wie es dem Systemischen Ansatz zu eigen ist) neue Blickwinkel einzunehmen, innere Blockaden zu überwinden und Lösungsansätze zu entdecken (und dabei festzustellen, dass diese oft unabhängig vom scheinbaren Problem existieren). In Kleingruppenübungen, Diskussionen und Live-Supervisionen mit dem Dozenten erprobten sich die Teilnehmer*Innen in der Anwendung der verschiedenen Interventionsmethoden.

Von der „Netzwerkkarte“ über systemische Ansätze der Krisenintervention hin zu zeichnerischem Arbeiten mit dem „Inneren Kritiker“, der körperlich spürbaren Wirkung der „Problem-Lösungs-Gymnastik“ und der „Arbeit mit verdeckten Anliegen“ (bei dem die Berater*innen nicht erfahren, um welches Problem genau es sich bei den Klient*innen handelt und sie dennoch bei der Entwicklung von Lösungen unterstützen können) brachte der Tag den Teilnehmenden neue Erfahrungen und Methoden und eine hilfreiche Auffrischung von bereits bekanntem Wissen.