I don't like Mondays!

Inhouse-Schulung mit Claus Triebiger

Es gibt da so Tage, die haben das gewisse Etwas, werden auch für Dozenten unvergesslich. Inhouse-Schulung war angesagt, bei einem großen Träger der Wohlfahrtspflege. Schon der Weg dorthin zunächst beschwerlich, begleitet von Kälte, Graupelschauern, grauem Himmel und einem 15minütigen Fußweg vom Bahnhof bis zum Veranstaltungsort.

Dieses kleine mürrische Paket trifft auf Teilnehmer*innen, denen es ähnlich ergangen sein musste. Montag eben!
Wir stellten uns gegenseitig vor. Nach einer halben Stunde des Vorstellungszeremoniells dann meinerseits die systemische Wunderfrage für Frühaufsteher: Was muss denn hier passieren, damit Sie morgen Abend glückselig hier hinaus schweben?

Eine Frau zu meiner Linken lehnte sich zurück, streckte sich, gähnte kurz und meinte, sie bräuchte erst mal eine Pause. Leicht irritiert, denn wir hatten erst eine halbe Stunde hinter uns und eine Agenda noch nicht erarbeitet, fragte ich den Rest der Gruppe, wie es ihnen denn ginge und da und dort mehrten sich die Stimmen, dass die Anfahrt lang, der Tag grau und überhaupt, dass es Montag sei, mit einer Pause anzufangen wäre gar nicht so schlecht. Also machten wir eine halbe Stunde Pause und ließen den Tag sanft beginnen. Sie schlenderten und schlichen hinaus, holten sich Kaffee und Kekse und kamen untereinander ins Gespräch. Und siehe da. Es wirkte Wunder.

Sie kamen wie ausgewechselt zurück.

Schließlich ging ein Feuerwerk ab. Eine Agenda war schnell gefunden. Jede*r hatte irgendein kleines oder großes Problempaketchen mitgeschleppt, wir packten sie alle aus und stellten sie in den Plan. Dazu beschwörte ich das Gespenst der Unvorhersehbarkeit und schon waren wir drin, im Geschehen.

Beim Thema Team, Teamphasen, Teamrollen untersuchten wir Teams, die uns von Film und Funk bekannt waren und da gab es viele Vorschläge, vom A-Team über Leverage, zu den Tatortteams, den Avengers, die Gummibärenbande, die Ringgemeinschaft um Frodo  uvm., es entwickelte sich eine lange Liste. Wir arbeiteten dann daran, was uns an diesen Teams denn so fasziniert, wie das mit der Leitung dieser Teams aussieht, wer welche Rollen in diesen Teams spielt oder zugewiesen bekommt und welche Prozesse zu Entscheidungen führen.

Es entstand dann doch ein Feuerwerk an Ideen, und so konnte der graue Morgen in etwas Buntes, Lustiges aber auch Tiefes verwandelt werden. Das Wetter spielte auch mit. Auf der Agenda für diesen Tag wurde Sonne angefordert und siehe da, tatsächlich, das Universum erhörte diese Gruppe Menschen und schickte zum Tagesabschluss tatsächlich Sonnenschein. Besser kann es nicht laufen.

Autor: Claus Triebiger, der ab sofort Montage zu seinen Lieblingstagen erklärt.

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