Positive Psychologie:

4-Evening-Questions

Der Systemische Ansatz lässt sich gut mit Interventionen aus der Positiven Psychologie ergänzen – und effektiv im Coaching umsetzen. Die 4-Evening-Questions stellen dabei eine mögliche Intervention dar. Steve de Shazers lösungsorientierter Kurzzeit-Ansatz konzentriert sich auf vorhandene Ressourcen, Kompetenzen und Möglichkeiten der Klient*innen. Auch die Positive Psychologie ist lösungs- und ressourcenorientiert und strebt danach, dass die Menschen ihre Potenziale entfalten und ihr Wohlbefinden steigern.

Eine mögliche Intervention aus der Toolbox der Positiven Psychologie ist die Technik der 4-Evening-Questions. Teilnehmende nehmen sich über einen Zeitraum von 2 Wochen am Abend jeweils 10 Minuten Zeit, um anhand von vier Leitfragen den Tag zu reflektieren und die Gedanken niederzuschreiben.Jeweils ein Tag in der Woche kann pausiert werden. Dabei geht es nicht um große Erlebnisse sondern um Mikro-Momente. Einen schnellen Erfolg (quick fixes) ermöglichen die leichteren Fragen (1 und 3), erkenntnisreich dagegen sind die beiden schwierigeren Reflexionsfragen (2 und 4):

1. Was hat mir heute Freude bereitet?
2. Wo habe ich mich heute lebendig gefühlt? (Menschen fühlen sich dann lebendig, wenn sie ihre Stärken ausleben können. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass es nicht ausschließlich positive Momente sein müssen, in denen wir uns lebendig fühlen. Menschen suchen manchmal bewusst psychisch oder körperlich anstrengende Herausforderungen, die durchaus auch mit unangenehmen Erlebnissen einhergehen können. Die Frage ist ein guter Pfad, um mögliche dahinterliegende Bedürfnisse und Stärken zu erkennen).
3. Wofür und wem kann ich heute dankbar sein?
4. Welche Stärken konnte ich heute ausleben? (Viele Menschen setzen an ihren Schwächen an, um diese auszumerzen oder darüber zu jammern. Fragt man nach ihren Stärken, ist das Ergebnis in Summe oft weitaus kleiner, als wenn sie ihre Schwächen beschreiben sollen. Das hat seinen Grund: Unsere Vorfahren haben eher überlebt, wenn sie vorsichtig waren. Deshalb ist unsere genetische Ausstattung eher problemorientiert. Soziale Normen tun ihr Übriges – man denke nur an die Aussage: „Eigenlob stinkt!)

Beverage

(Bildquelle: Spencer Selover I pexels.com)